Ich hätte auch sagen können, was ich an WoW nicht mag, weil ich sonst fast nichts in dem Bereich kenne. Aber ich glaube, vieles trifft auf viele MMORPGs zu, also halt ich den Titel einfach mal allgemeiner.
1. Das Zeitfresser-Problem
Das ist quasi ein Meta-Problem und eingebaut, weil natürlich die Spielemacher wollen, dass man möglichst viel Zeit in der jeweiligen Welt verbringt.
Endlosspiel: es gibt kein richtiges Ende. Das Gefühl gibt’s vermutlich bei richtig großen Instanzen, wo dann ein wirklich mächtiger Gegner (vorzugsweise mit viel Hintergrundgeschichte, wie bei Illidan Stormrage) überwältig wird. Aber im Prinzip sind MMORPGs natürlich Endlosspiele. Im Gegensatz zu Team Fortress 2 oder Echtzeitstragiespielen, wo eine Runde alles zwischen 15 und XX Minuten dauert. Aber wenn eine Runde zuende ist, ist sie auch zuende.
2. Das Alles-ist-realistisch-Problem
Volle Taschen
Man findet Gegenstände oder Gold und irgendwann sind die Taschen voll. Klingt realistisch, ist aber nervig, weil man Sachen verkaufen muss und und und. Und mal im Ernst: Ist es realistisch, zwei fette Rüstungen, drei Waffen und was weiss ich noch mitrumzutragen?
Lernen
Man steigt eine Stufe auf, und dann gibt’s Sachen zu lernen. Dafür muss man dann ewig zu irgendwelchen Lehrern flitzen, ohne Hilfsmittel evtl. auch noch lange suchen und dann hat man was gelernt. Ich merke grad, diese Sachen (genau wie das Verkäufer suchen etc.) wurden bestimmt gemacht, um die Welt komplexer und realistischer zu machen. Aber das ist ziemlich genau mein Punkt: in der echten Welt zu einem Lehrer gehen, Sachen einzukaufen und kaputte Sachen zu reparieren leuchtet mir sehr ein. Aber das auch noch in einem Computerspiel zu machen, erschliesst sich mir nicht wirklich. Also zumindest nicht im Sinne von Spielspaß. Das gilt auch für Sachen wie Berufe lernen (wo man Erz abbaut oder Kräuter sammelt oder oder oder), Angeln (in meinen Augen eines DER kuriosesten Dinge) oder Kochen.
2. Das MMO-Problem
Die Welt verändert sich nicht wirklich, erschlagene End-Bosse sind natürlich beim nächsten Besuch wieder da. Logisch, aber schade. Den Quest-Einheitsbrei muss man auch nicht unbedingt erwähnen, wurde ja schon oft bemängelt.
3. Sei kein Low-Level-Frosch
Wirklich gut und für alle gleich spassig zusammenspielen lässt’s sich am ehesten, wenn alle ungefähr das gleich Level haben. Das erfordert fast ein ungefähr gleiches Spieltempo bei möglichst vielen Leuten, was meist im Soviel-Spielen-Wie-Geht endet.
4. Rollenspiel ohne Fantasie?!
Krass gesagt bleibt die Fantasie bei Spielen wie WoW auf der Strecke. Fast alles ist vorgegeben, man muss keine Bilder mehr erschaffen, Charaktere sind genormt usw. Ich weiß noch, wieviel Spaß es gemacht hat, beim Tischrollenspiel Charaktere zu entwerfen. Geht zwar beim MMORPG auch, ist aber Welten davon entfernt.
Hier gibt’s eine kleine Einschränkung: Wenn man ernsthaft Rollenspiel betreiben möchte, geht das halbwegs. Wir haben mal in WoW eine Nachtelfinnen-Kombo gegründet, das war so ein Versuch. Aber da wär es dann wie beim Tischrollenspiel: Man trifft sich 1-2 Mal im Monat und spielt einen Abend zusammen. Und hier gilt auch wieder: das Tischenrollenspiel ist fantasievoller.
5. Ok, lass uns spielen - in 2 Stunden
Noch eine Sache, die nervt. Wenn ich z.B. Team Fortress 2 spiele, sucht man kurz nen freien Server und dann geht’s los.
Bei WoW müssen erst alle an den gleichen Ort kommen (was schon mal ne halbe Stunde dauern kann), meistens muss jeder noch irgendwo hin (Auktionshaus, Briefkasten, Lehrer etc.) und das sind schon wieder zwei müssen zuviel.
So, das soll’s erstmal gewesen sein, vielleicht später mehr. 