Tag Archive for 'Urlaub'

Bananenshake

Im Urlaubsort unserer Wahl ist alles ein bisschen anders. Um solche Erfahrungen zu machen – die man dann unter der Kategorie Exotik abspeichert- fährt man ja weg.

Im Gegensatz zum europäischen Standard haben die ortsansässigen Katzen beispielsweise viel kleinere Köpfe und durchschnittlich ein Auge zu wenig. Nicht anders verhält es sich mit anderen einheimischen Gewächsen. Der Urlaubsort unserer Wahl rühmt sich damit die kleinste Banane zu produzieren, die weit unter der europäischen Banane im Fruchtgewächsgrößenvergleich liegt. Das gilt auch für die ortsansässigen männlichen Geschöpfe der Gattung Mensch. Alle unter 1.70m, Haare nur an Stellen wo sie eh unnötig sind und na ja…wie die Banane des Mannes…

Im Gegensatz dazu sind die lokalen Damen überdurchschnittlich. Überdurchschnittlich groß im Brust- und Hüftbereich, überdurchschnittlich behaart oberhalb der Lippen und mit Stimmen ausgestattet, die, wären sie eine Disko in Deutschland vom Amt wegen Lärmbelästigung dicht gemacht würden.

“Also nüscht mit im Urlaub vögeln.” lamentierte das Frl.W.

“Nächstes Mal suche ich den Urlaubsort aus.”, wehklagte ich zurück, “Wo werden eigentlich die größten Bananen und die saftigsten Melonen auf dieser Welt gezüchtet?”

Aschenbrödel reloaded

“Wir machen es wie in 3 HASELNÜSSE FÜR ASCHENBRÖDEL”, sagte ich zum Frl.W., “wir bringen unseren Freunden das mit, was uns als Erstes in den Schoss (optional die Hände) fällt und uns an sie erinnert:”

Gesagt, getan. That’s the way Filmnerds like it. Schon bald fanden wir etwas fürs Glückskind. Ein Geschenk genau wie sein Charakter: süß, bunt, irgendwie funktional, vor allem in der Küche. Und auch für den Herrn André fiel uns was auf. Sein Geschenk war jung, männlich, groß gewachsen und braun gebrannt. Und an der spärlichen Bekleidung konnte man erkennen, dass er auch noch Geld und Geschmack hatte.

Jung, knackig, reich…das reicht als Schnittmenge für ein Geschenk. Aber wie kriegen wir den nach Hause?

“In Folie wickeln und als Schinkenbein verzollen”, philosophierte Frl.W., die nie um eine Antwort verlegen ist.

“Hmm…ist das nicht Menschenhandel?”, fragte ich, die Stimme der Vernunft imitierend.

“Hast recht.” sagte Frl.W.

Da wurde uns klar, dass das mit den Nüssen für den Herrn André logistisch eindeutig schwieriger werden wird, als diese kleine Aschenbrödelnummer.

Körperfasching

Es gibt so tage da verschwimmen Grenzen. An manchen die von gut und Böse, an anderen die des guten Geschmacks. Letzteres vor allem im Urlaub. Wenn man denkt man müsse einen Strohhut un ein buntes T-Shirt mit dem Urlaubsortsnamen und kitschigen Palmen kaufen. Und das Ensemble dann auch noch tragen, damit unsäglich bescheuert aussehen und sich auf Kilometer als Tourist zu erkennen – und damit zum Abschuss frei- geben.

Nun befanden sich das Frl. W. und meine Wenigkeit auf eben diesem Weg – auf dem Weg in den Urlaub. Die Notwendigkeit desselbigen ließ sich leicht an den Augenringen ablesen, deren weiteste Ausläufer gerade die untere Obergrenze meiner Nippel erreicht hatten. Frl.W. sah mit nichten besser aus, nur dass ihre Augenringe die oberste Untergrenze selbigen Körpermerkmals erreicht hatte, was nicht bedeutet, dass Frl.W. fertiger war als ich., sondern dass ihre Nippel einf Stück weiter oben wohnen als meine. Das mag jetzt danach klingen, dass ich mal wieder abschweife – ich gebe zu ich habs ein wenig mit Nippeln aber die sind nun mal grenzmarkierende Körperpunkte, sprich die Mitte der Brust und Brüste verschwimmen eben auch gerne mal – vor allem im Alter.

Wie ich so im Bus nach Tegel stand, sah ich einen älteren Mann so um die 60 Jahre. Kurze Haare, weiche Gesichtszüge. Nach mehreren Minuten – denn nicht nur Gottes Wege sind unergründlich sondern auch die Wege meiner Gedanken und das dauert dann dementsprechend lange – fiel mir auf, dass besagter Mann eine Frau sein musste. Sofort fixierten meine Augen ihren Brustkorb auf der Suche nach einer eindeutigen Geschlechtszuordnung. Aber da war nichts. Nächster Blickpunkt: Beule in der Hose. Fehlanzeige. Aber warum hatte er/sie 4 Arme? erst da entschied sich mein Gehirn die Wahrheit zu erkennen. Zwischen zwei funktionstüchtigen Armen lagen/hingen/entspannten zwei Brüste, deren Ende (angezeigt durch die Platzierung der Nippel) – zugegebenermaßen unvermutet – auf ihren Oberschenkeln befand.

“Das nennt man also Schlauchbrust”, dachte ich fasziniert vom offensichtlichen Verschwimmen üblicher Körpergrenzen. Dabei starrte ich wohl ein wenig zu offensichtlich, so dass die Beschlauchte dachte, ich wöllte den Sitz neben ihr einnehmen auf dem ihre Tasche stand. Sie konnte ja nicht ahnen, dass ich vielmehr darüber sinnierte, zu welchen Zwecken man solche Körperausstülpungen noch benutzen konnte. Irgend einen zweck musste das Ganze ja haben und Kinder stillen konnte es ja nicht sein, außer man legt den Infanten dazu auf den Boden vor sich. Obwohl, wenn man das Kind per Tragetuch auf den Rücken schnallt und die Brust nach hinten über die Schulter wirft, könnte man eine Art Sebstbedienungsmilchzapfanlage einrichten.

Aber mit 60+ hat man ja tendenziell keine Kinder mehr und die Milchsuche gestaltet sich eh wie die Suche nach Wasser in der Wüste Gobi. Was ist also ihr Zweck und wieso so viele schlauchbebrustete Damen nicht die Notwendigkeit einen BH zu tragen? Mit gekonnter Falttechnik (ich tippe mal auf so eine Art Zick-Zack Faltung) könnte man die Brust in das BH Körbchen einbringen und zwar so, dass auch der Nippel wieder an der Stelle steht, an der man ihn üblicherweise vermutet.

Doch plötzlich vielen mit ganz viele Möglichkeiten ein, die eine rundbusige Frau eben nicht hat. Zum Beispiel auf Reisen. Wohin mit der Reisekasse? Einfach unterklemmen. Da fällt nichts raus und keiner – weder Dieb noch der Zollbeamte – käme ja auf die Idee dort nachzusehen. Das eignet sich auch hervorragend zum Drogenschmuggel. Und sollten demnächst doch Nacktscanner eingeführt werden, sagt man einfach das sind Brustimplantate. Bis der Zollbeamte “Implantate” und und tatsächliche Brustform in Zusammenhang gebracht und die klitzekleine Abweichung von der eigentlichen Form operierter Brüste wahrgenommen hat, ist man schon weg. Aber abgesehen von der Multifunktionseinsetzbarkeit als Klemmbrett, kann man noch so viel mehr machen. Hängebrüste sind zum Beispiel tolle Nackenstützen – je nach Länge für 1-3 Personen. Oder als Kissen, Schal, Topfuntersetzer (bei SM Affinität) oder zum Abwischen von Münder, Tischen oder Böden einsetzbar. Oder als a) Armlehnen (hinlegen, Brüste parallel zum Körper lagern, Arme drauf) oder b) Armwärmer (siehe a) nur andersrum).

“Scheiße”, dachte ich für einen Moment, “und ich hab nur Brüste, die machen, dass Männer starren und infantiles Zeugs reden und die manchmal beim Hosenreißverschluß schließen blickwinkeltechnisch im Weg sind und ich mir deshalb die Finger einklemme- All diese Überlegungen dauerten so lang, dass Frl.W. und ich bereits im Landeanflug auf den Urlaubsort unserer Wahl waren. “Und glaitsch wärdän wir buuterwaitsch landen und värgäßen sie nitsch, angeschnaalt su blaibän bies wir unsärä Parkpozitioon ärreitscht habän. Und nitscht värgäsän: Don’t hurry, be häbbi”, knarzte die Headstewardess aus dem Off.

“Krass”, sagte ich zu Frl.W. , “die Stimme klingt als gehörte sie zu einer betrunkenen osteuropäischen Transe.”

“Leider nicht”, antwortete Frl.W. nonchalant, “es ist nur ne ziemlich hässliche Frau und guck mal, die hat komische Nippel!.”

“Hmmm…”, erwiderte ich dem Frl.W., “ich bin erstmal durch mit komischen Nippeln” und so rutschten wir auf unseren Augenringen ins Ferienparadies.