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The Helga conspiracy

Ich will ja nicht auf ganz hohem Niveau maulen, aber als großbusige Blondine hat man es manchmal ganz schön schwer. Aufgrund meines exzessiven virtuellen Lebens hat Helga – mein geliebtes Notebook- letztens einfach ihre Beine hochgerissen und Zwangsurlaub via Grafikchipzerstörung eingefordert.

Ich wünschte Helga und ich hätten vorher darüber geredet, wie man das in einer guten Beziehung eben so tut. Aber Helga ist eher von spontaner Natur. Also habe ich meine Geliebte in den Wellnessurlaub mit Grafikchipmassage und allem Drum und Dran zum “Spezialisten” geschickt. Der hat die Gute für die lächerliche Summe von 200 Euro nackig gemacht, durchgecheckt und ihren losen Grafikchip wieder befestigt.

Sagt er zumindest.

Als ich Helga aus dem Urlaub abholte, hatte ich schon ein romantisches Wiedersehen vorbereitet. All inclusive. Ihre Lieblingsinternetseiten. Eine Datenträgerbereinigung, ein bisschen Vorspiel in der Systemsteuerung und weil sie so ein tolles Mädchen ist, sogar den neuen “Karatekueken-Wallpaper”1

Helga war sehr leise und traurig an diesem Abend und nach genau zwei Stunden kollabierte sie seufzend in meinen Armen.

Also bin ich wieder zurück zu diesen Klempnern, Kurpfuschern, Wurstfinger-in-meine Helga-Steckern PC-Spezialisten, um freundlich zu beklagen, dass ich mit der Gesamtsituation unzufrieden bin. Im Laden angekommen, wankte ein riesiger, behaarter Mann auf mich zu. Freundlich und kompetent gab ich Auskunft und schilderte das Problem. Der Herr Spezialist schaute mir lange auf das, was er als Augen identifizierte hatte – nur hatte er sich getäuscht. Es waren meine Brüste. Dann lächelte er ein Lächeln, dass man auch gerne dummen Kindern oder geistig behinderten Mitbürgern im Dutzend hinterher wirft, bevor man ihnen einen Keks zusteckt und sie im Keller einsperrt und grunzte:

“Aber Sie haben nisch versucht das Display hochkant zu benutzen?”

Dabei machte er belustigt Bewegungen, die veranschaulichen sollten, wie ich versuche mein Display aus der Verankerung zu reißen, um etwas hochkant zu betrachten.

Ich starrte ihn an. Er mich (na ja, eher meine sekundären Geschlechtsmerkmale), sonst hätte er die Verfärbung von rosa zu rot zu dunkelrot in meinem Gesicht bemerkt. Es vergingen einige Sekunden, in denen ich für sein eigenes leibliches Wohl hoffte, der Gute würde einen ganz ganz dummen Witz machen. Schnaufend bemerkte ich, dass es ja wohl einfacher wäre so ein Unterfangen in den Displayeinstellungen vorzunehmen, anstatt das Display aus dem Scharnier zu rupfen (welches im übrigen in einem einwandfreien Zustand ist…).

Der neandertalische PC-Experte lachte darauf laut und sagte entschuldigend: “Na ja, die meisten Frauen haben ja eh keine Ahnung”.

Das ist es also, dachte ich mir, was nach Jahrzehnte langem Kampf um Emanzipation und Gleichberechtigung bei manchen Männern angekommen ist. Nüscht. Da verbrennt man BHs auf der Straße, liest langweilige Emanzipationsliteratur, redet öffentlich über die Macht seiner Vagina, schert sich die Haare kurz, zieht sich Hosen an, die immer den Schlüpfer in die Poritze drücken und trägt sein Gepäck selber, obwohl man dabei fast zugrunde geht – für nüscht.

Kurz kontemplierte ich darüber, ob es sich lohnen würde ihn ganz emanzipatorisch mit den Eiern voran in den Kartenleserschlitz seines eigenen PCs zu stopfen, um ihm dann zu demonstrieren, wie sich eine Geburt in rückwärts und anal so ungefähr anfühlen würde, aber …ach … ich bin Pazifistin.

Mit dem bösesten aller Lächeln – dem das Mutti aufsetzt bevor sie dich verbal kastriert und vor deiner neuen Flamme erzählt, wie du es damals als Kind nicht mehr aufs Töpfchen geschafft hast – sagte ich ihm freundlich, dass ich Helga morgen abholen werde und jetzt leider keine Zeit mehr habe weiter an seinem Neandertalerkurs teilzunehmen. Denn leider müssen ich und meine Brüste jetzt nach Hause an den Herd zurück, Essen kochen und danach meinen Ehemann dabei bestaunen, wie er mit der Fernbedienung umgehen kann.

Leider befürchte ich, dass der beinhaltete Sarkasmus am Brust/Bauch/Nacken/Rücken/Schulter/Gesichtshaarkleid des Herrn Spezialisten einfach abgeprallt ist. Vielleicht werfe ich nächstes Mal doch mit brennenden BHs.

  1. hier nochmal ein riesiges Dankeschön an den Herrn Shortee vom Skizzenblog, der auch den tollen Header gemacht hat! []