Monthly Archive for March, 2010

Frau Odorama trifft die Titanen

Bei Pressevorführungen trifft man – ob man will oder nicht – immer die gleichen Leute. Der Glückskind war heute in der Clash of the Titans Pressevorführung und traf da ganz “überraschend” auf Frau Odorama:

“Ich also in der Astor Filmlounge. Stehe am Tischchen vor dem ich mich aller Pheripheriegeräre entkleide und gehe dann zu Bar um einen Saft zu holen. Vor mir eine ältere Dame die Tee bestellt. Kost ja nix, für mich auch Tee UND Apfelsaft. Der Saal ist gut gefüllt und ich schlage mir die Zeit bis zum Anfang des Clashes mit dem Pressetext tot. Links neben mir zwei Jungs, rechts frei. Irgendwann wird es dunkel, bald gehts los. Yippie. Doch dann…da nehme ich hinter mir unsere Frau Odorama wahr. HINTER mir, die Götter meinten es gut. Sie guckt sich um, brabbelt vor sich und verlässt die Reihe hinter mir, denn sie hat einen viel besseren Platz entdeckt. :/
Riechen tut sie ja weniger, aber sie macht ständig Geräusche und dieser eklige Husten. Nicht in meine Richtung, bitte. Und wie ein Kind benennt sie Sachen die im Film zu sehen sind. Kommt Pegasus in der letzten Minuten angeflogen, brabbelts: “Pegasus, hähähä”. Irgendwie auch niedlich, aber der Husten. Als es sehr spannend würde, fing sie dann auch noch an wie wild mit den Beinen zu wippen, das liebe Kind. Jetzt hatte ich auch mein Erlebnis mit ihr.
Übrigens spielt sie im Film mit. Sogar gleich drei mal. Perseus sucht drei Hexen auf und eine hatte auch diesen Horror-Haardutt wie Frau Odorama.

Der Film hat echt Spaß gemacht. Erwartet nicht mehr als im ersten Satz des Pressetextes angekündigt wird: “Männer kämpfen gegen Könige, Könige gegen Götter”. Der Regisseur spricht im Text auch über die Schwertkampfübungen der Schauspieler: ” Als die Jungs den Schwertkampf einübten, entstand unausgesprochen ein Wettbewerb, wer es am besten macht. Sam war ein großartiger Anführer, Mads ebenso, und bald entstand aus der Rivalität eine Bruderschaft. Das brachte großen Spaß.”
Ich weiß ja nicht wie das Englische war, aber der Übersetzer verdient einen Kopfschuss.”

Die Frau (er)füllt sich in der Küche

Manchmal braucht man einen Mädchenabend.  Mädchenabende werden zelebriert und müssen ganz bestimmten zeremoniellen Regeln folgen.

1.) Date ausmachen, das mindestens 5 Tage im Voraus liegt, damit man sich genügend lang vorfreuen kann

2.) sich 5 Tage lang vorfreuen und das so oft wie möglich den anderen mitteilen

3.) das Essen: muss geplant werden, muss besonders sein und muss, muss, muss Schokolade oder ähnliche Süßigkeiten zum Abschluss beinhalten.

4.) Proseggio aka Prosecco nur echt mit (Auf-)stößchengarantie

5.) Filmauswahl: Film muss entweder als “Frauenfilm” von der Werbeindustrie klassifiziert worden sein oder ein Objekt der Begierde beinhalten. Hier eignen sich besonders knackige amerikanische Jungschauspieler, eine in Kitsch ertrinkende Diegese oder Sex. Selbst wenn er nur angedeutet ist.

All diese Regeln einhaltend, begab es sich nun, dass ich mich in einem wunderbaren Wohnzimmer in Kreuzberg befand, im Magen unglaublich gutes Essen und bereit war mir einen als “Frauenfilm” klassifizierten Schund reinzuziehen:

Julie & Julia

Mal abgesehen davon, dass Meryl Streeps Charakter irgendwie wie Dame Edna herüberkam (dazu muss man aber auch sagen, dass die echte Julia Child ja auch irgendwie was von einer besoffenen Transe hatte), war der Film wirklich unerträglich. Julie Irgendwas, langweilige Spießerin aus Queens, heult sich durch den gesamten Film, weil Autorin werden dann eben doch nicht so einfach ist, wie man sich damals im College erträumt hatte. Dann wohnt sie noch – Gott bewahre – über einer Pizzeria (Empörung!) und ihr Mann sieht aus wie eine Aldiversion von Steve Guttenberg und will lieber pimpern statt panieren. Weil sie es also als emanzipierte, unabhängige Frau so gar nicht bringt, besinnt sie sich auf ihre Kindheit, wo Mutti in der Küche stand und Rezepte aus Julia Childs Kochbuch für Papas Chef kochte. Fortan kocht Julie alle Gerichte nach und schreibt dazu einen Blog, der interessanterweise von ihrem Mann niedergemacht wird, als sie damit Erfolg hat.

Das Ganze wird dann als Emanzipierungsprojekt getarnt, aber eigentlich ist es das Gegenteil. Julie kocht, weil sie das beruhigt. Es beruhigt sie, weil sie es unter Kontrolle hat und nichts Unvorhergesehenes sie überrascht. Und eben weil es eine Anleitung gibt, ganz im Gegensatz zum Autorin werden. Na super.

Also, ihre Julies da draußen, die ihr es draufhabt aber es irgendwie nicht drauf habt – hier ist was ihr kochen solltet:

1) Würstchen im Schlafrock (aka Frl. W.s Frühstück)

1 Wiener Würstchen in Käse einwickeln. Auf einen Teller geben, 30 Sekunden oder bis zum entgültigen Zerlaufen des Käses in die Mikrowelle geben. Herausnehmen, aus Gesundheitsgründen ein wenig Petersilie über die Pampe streuen und Ketchup anbei geben. Voilá!

Dieses deliziöse, ultrafranzösische, kulinarische Gedicht von einer Wurst enthält genügend Kohlenhydrate, Fett und Zucker um euer Hirn wieder anzukurbeln und euch Kraft zu geben da raus zu gehen und  was gegen Sodbrennen zu besorgen. Und wenn ihr dann schon da draußen seid, dann lüftet euer Hirn und fangt an das zu machen was ihr wirklich wollt. Egal wie bekloppt es ist.

Danke.

P.s.: Diese Nachricht ist genderkonform und gilt auch für Jungs, Transen und alles davor, dazwischen und danach.

Messerscharfe Analogie…not.

Ich habe zwei Arten von Messer in meiner Küche: Sol-Inger Messer, die ich billigst in einem 1€- Laden auf Gomera erstand und dann eine Packung  “japanische”1 Messer auf die ich 25 Jahre Garantie gegen Abnutzungserscheinungen hätte, hätte ich den Otto Versand Kassenbon von 2001 pflichtbewusst aufgehoben. Hab ich aber nicht, denn es war mir egal wie lange die Messer funktionieren. Genauso egal wars mir, dass sie ungefähr so japanisch sind wie meine Sol-Inger Messer aus Solingen sind.

Zwei Wochen nach meinem Otto Versand Shoppingrausch 2001 habe ich angefangen nachzuschärfen. Mit Freude. Und auch heute noch lache ich in mich hinein, wenn Freunde Utensilien in meiner Küche benutzen wollen und völlig durchdrehen, dass nichts was nach Messer aussieht auch nur annähernd die Funktion eines solchen erfüllt.

Ich mag es, wenn Dinge nicht das tun was sie sollen. Diese Messer sind pottenhässlich und man könnte auf ihnen nach Russland reiten. Aber es sind meine. So! Die ersten habe ich mir für meine erste Wohnung gekauft und ich weiß noch, wie ich in der komplett leeren Bude saß mit unendlich vielen Möbelstücken, die noch in Pappe verpackt waren und diesem bekloppten Messerset. Und für jede Pappverpackung brauchte ich ein anders, weil sie nach faktisch einmaliger Benutzung schon im Arsch waren.

So. Jetzt zur Analogie. Du bist wie meine Messer. Völlig bekloppt. In deiner Funktion völlig sinnfrei. Aber ich find dich wunderbar. Genau deswegen. Bleib ruhig ein Sol-Inger Messer in meiner Schublade. Und lass dir nicht einreden, dass du es nicht bringst, nur weil dir so ein Edelstahl mit Diamanten besetztes Teil dir einredet, du hättest keinen Wert.

Verstanden?

  1. Ich nenne sie jetzt mal so weil die Firma sich NIPPON nennt []