Apologetischer Erklärungsversuch via Parallelenaufbau zu Angela Lansbury

Disclaimer: Dieser Artikel dient der apologetischen Erklärung meiner Nichtanwesenheit der letzten Wochen. Vielen Dank an alle, die mich sanft darauf aufmerksam gemacht haben, dass ich gefälligst mal wieder posten soll. Ihr seid Inspiration und Grund für eine Schreibblockade zugleich.

Mit dem Schreiben ist das ja so eine Sache. Ich habe mir immer vorgestellt wie Angela Lansbury in “Mord ist ihr Hobby” an einer alten Schreibmaschine zu sitzen und zwar in einem Raum voller barocker Möbel. Mein Blick schweift über den Garten meiner Villa hinüber zum Meer und ich schreibe ohne nachzudenken denn – ich bin die Koryphäe auf dem Wort.

Die Wahrheit ist ein bisschen anders. Ich schreibe auf Helga, meinem Laptop und Helga ist nach 1,5 Jahren Dauernutzung recht müde geworden. Mal abgesehen davon, dass sie entscheidet wann der Text fertig ist, indem sie sich einfach zwischendurch verabschiedet, hat sie geringfügige Funktionsungereimtheiten. Das liegt vor allem daran, dass die Katze mit Vorliebe ihren Hintern auf der Tastatur parkt, wenn ich mal kurz einen Kaffee aus der Küche hole. Dabei schafft es Katze nicht nur mit ihrem Rectalmuskel Worte zu tippen, mein Mailprogramm zu öffnen und ihre anale Verbalisierung in die virtuelle Welt zu schicken. Nein. Sie kann auch Kartoffeldruck. Nur eben mit ihrem braunen Salon. Das wiederholte Desinfizieren der Tastatur nimmt mir Helga übel und straft mich damit, dass wichtige Tasten wie die Leertaste und das E nur willkürlich ihre Funktionen übernehmen.

Das mit der Villa hat auch nicht so ganz geklappt. Ich würde meinen Blick ja gerne schweifen lassen nur komme ich da nicht allzu weit. Mein Innenhof ist wie der in “Das Fenster zum Hof”. Nur dass mein Nachbarn den Hund nicht vergraben nach dem er gestorben ist, sondern aus ihm Stiefel basteln, denn im Winter ist es bei uns im Haus schweinekalt. So kalt, dass ich manchmal meine Hände in Mund und Hintern meiner Katze stecken möchte, um sie als Muff zu verwenden. Leider bemerkt Katze immer gleich wenn ich diesen Gedanken habe und verzieht sich leise unters Sofa.1

Aber eine Sache hab ich hingekriegt. Ich sehe nicht aus wie Angela Lansbury. Sowohl die achtziger Jahre Dauerwelle in rustikalblond als auch die pastell- bis bonbonfarbenen Klamotten sind an mir vorübergezogen. Und da man einen Laptop viel besser als eine Schreibmaschine auf die Beine legen kann, befinden sich auf meinem Schreibtisch meistens meine Füße. Das wiederum führt aber zu Problemen, die Angela Lansbury wahrscheinlich nicht hatte. Als Frau von Welt kann man sich in Sachen Unterwäsche ja nur zwischen funktionstüchtig aber börgs-hässlich oder schick aber völlig sinnlos entscheiden. Ich gehe stark davon aus, dass Angela ersteres in baumwollbeige mit eingesetztem Spitzendreieck aus Polyester an der Schamhaargrenze bevorzugt. Ich hingegen bin untenrum hübsch aber durchaus genervt, denn das Teilchen hat die Angewohnheit zu rutschen oder sich in den unsinnigsten Augenblick in mein Hinterteil verkriechen zu wollen. Wahrscheinlich hat Angela deswegen ihre eigene Fernsehshow und ich nicht. Die Frau ist einfach nicht abgelenkt von Katzen, Schlüpfern und außerdem hat sie noch alle Tasten auf ihrer Schreibmaschine.2

  1. Note to myself: Katze zu schlau. Nächste Haustier sollte am besten ein geistig völlig umnachteter Hund sein. []
  2. Das ist das Autorenequivalent zu “alle Tassen im Schrank” []

2 Responses to “Apologetischer Erklärungsversuch via Parallelenaufbau zu Angela Lansbury”


  • Also das mit der Unterwäsche lässt sich ja einfach regeln – trag einfach gar keine! Dann kann auch nix verrutschen.

  • Gut, das mit der Unterwäsche ist dann ja mal geregelt …
    aber was ist mit der zu klugen Katze, dem ramponierten Laptop und der eisigen Kälte??? Noch lauter weitere Hindernisse für zukünftige Blogeinträge xD

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