Von Jungs, Männern, Mädchen und Frauen

Da Karatekueken gerade in Arbeit erstickt und das FrlW dringend was loswerden musste, hier ihr Gastbeitrag:

Männer. Eine seltene Species. Ich weiss das, weil ich seit geraumer Zeit nach Ihnen Ausschau halte (aus rein wissenschaftlichen Gründen, versteht sich). Mehr oder weniger erfolgsneutral. Da sieht einer aus wie ein Mann und ist bei näherer Betrachtung doch wieder nur ein Junge. Nur eben einer in seinen 30ern oder 40ern. Berlin ist voll davon. Große Jungs. Prinzipiell ist das auch nix Schlimmes. Jungs sind toll! Mit Jungs kann man ne Menge Spaß haben, Jungs sind lustig und manchmal sogar interessant. Und sie machen Mädchen keine Angst. Das ist das Beste. Was aber, wenn man auch mal was anderes ausprobieren möchte? Wenn man kein Mädchen mehr ist und deshalb auch keine Angst mehr vor echten Männern hat? Wird man dann nicht automatisch in die Rolle der Mutti gedrängt, die ihrem Jungen erklärt, wie das Leben funktioniert? Weil es einem plötzlich wichtig ist, dass er weiss wie das Leben funktioniert. Ganz von alleine. Er hatte ja auch 30, 40 Jahre Zeit sich auf diesen sagenumwobenen Moment vorzubereiten. Zeit genug, müsste man meinen.

Aber warum sieht man dann so wenige? Und woran kann man Männer von Jungs überhaupt unterscheiden? Das Alter ist es offensichtlich nicht. Der Bartwuchs? Fail. Man schaue nur mal in den Friedrichshain: 90%ige Bartquote, aber Männer? Eher nicht. Vielleicht gibt’s ja Ausschlusskriterien? Der Besitz einer Playstation zum Beispiel. Aber ich kenne auch echte Männer, die sowas zu Hause haben. Also muss man’s wohl doch an subtileren Merkmalen fest machen. An der Ausstrahlung ablesen. Da kommen wir der Sache schon gefährlich nahe. Männer strahlen Verantwortung aus. Nicht unbedingt für andere, aber für das eigene Handeln. Sie wissen, dass Mutti ihnen nicht mehr Entscheidungen abnehmen wird, wenn sie nur lange genug mit einer eigenen Entscheidung zögern. Sie wissen, dass alles was sie tun und sagen Konsequenzen hat. Und dass Konsequenz nicht pauschal “Strafe” heisst. Deshalb erklären sich Jungs, wenn sie etwas angestellt haben (weil sie so früher bei den Eltern manchmal noch der Strafe entkommen konnten) und entschuldigen sich Männer (weil sie keine Strafe fürchten, sondern ihnen wichtig ist, die z. B. ausgelösten Verletzungen beim Gegenüber zu mildern).

Männer sind keine fertigen Menschen. Genauso wenig wie Frauen. Aber sie haben eine bestimmte Quote an im Leben benötigten Fähigkeiten erlernt. Kommt man mit einem solch seltenen Objekt zusammen, fängt man automatisch an sich gemeinsam weiter zu entwickeln. Was man eben so macht in einer Beziehung. Allerdings muss man nicht ständig innehalten und in die “Grundlagen des menschlichen Miteinanders”-Kiste greifen, um Standards zu lehren, die er vor 10,20,30 Jahren hätte gelernt haben müssen. Deshalb kommt man mit Jungs auch kaum voran. Man verbringt mehr Zeit damit, Versäumnisse der Vergangenheit auszubügeln als sich entspannt die Seele aus dem Leib zu vögeln (dieser Einwurf dient nur dazu, kurz vor Ende des Blogartikels noch einmal Aufmerksamkeit zu generieren, Anm. d. Red.). Und als Frau (so man das Stadium selbst schon erreicht hat) fragt man sich dann natürlich, wie man bestimmten Lernprozessen entgehen konnte ohne sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt zu haben.

Ich werde weiter Ausschau halten nach der seltenen Species Mann. Aus rein wissenschaftlichen Gründen, versteht sich. Und vielleicht habt Ihr bis dahin noch Ideen und (Lebens-)erfahrungen, wie man Mann (bzw. Frau, denn umgedreht funktionierts genauso) von Jungs/ Mädchen unterscheiden kann.

1 Response to “Von Jungs, Männern, Mädchen und Frauen”


  • Ich fürchte, dass die einzige Möglichkeit um Frauen/Männer von Mädels/Jungs zu unterscheiden ist, sich länger mit den in Frage kommenden Subjekten einzulassen .

    Zumindest mir ist bislang noch keine andere, sichere Methode bekannt.

    MfG
    Chris

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