Mein Dilemma mit Pornos (Teil 4)

3. Verhalten und Dialoge

Dass vor allem die billigeren Produktionen nicht gerade mit intelligenten oder überhaupt sinnvollen Dialogen glänzen, ist ein alter Hut. Manchmal frage ich mich, ob da wirklich eine Geschichte drum herum gebastelt werden muss oder ob es nicht reicht zu sagen: „Das sind Rainer und Uschi. Die ficken jetzt.” Vielleicht bin ich in diesem Fall aber auch zu unromantisch. Andersherum betrachtet habe ich aber auch Pornos gesehen, in denen es keine Story gibt und in denen nicht geredet wird. War auch irgendwie langweilig. Dann vielleicht doch lieber ein bisschen von:

Er: „Warum liegt denn hier Stroh”

Sie: „Warum hast du eine Maske auf?”

Er: „Ach komm, dann hol mir doch einen runter”

Sie: kommt nicht mehr zum bejahen, hat ihn schon im Mund.

Schlimmer als Dialoge finde ich manchmal das propagierte Verhalten. Nur weil die Sexualpartnerin eine devote Sau ist, die sich gern ordentlich fertig machen und von Fremden im Wald nehmen lässt, so heißt das noch lange nicht, so meine ich zumindest, dass man der Dame danach nicht wenigstens den Schlüpfer wieder hochziehen könnte. Ich meine was würde Mutti sagen? Oder der Partnerin ins Auge ejakulieren. Wer will das denn?1 Und ist das gut für die Netzhaut? Und wieso wird in den letzten Jahren vermehrt aufs Genital gespuckt? Wenn die sie nicht von Haus aus nass ist…

Jetzt fällt mir beim Thema Dialog noch etwas ein. Dirty-Talk und Bettgestöhne. Da steh ich total drauf. Außer den amerikanischen und japanischen Varianten. Während die Durchschnittsjapanerin zumeist klingt wie eine wimmernde Kariespatientin, hört die Durchschnittamerikanerin leider oft gar nicht mehr auf zu reden.

Am schönsten finde ich da die italienischen und spanischen Pornos. Wenn man die im Original guckt und die Sprache nicht kann, klingt irgendwie alles sexy und verheißungsvoll, selbst wenn die fast barbusige Dame dem Herrn mit der Pornosonnenbrille (bisher) nur den Weg zeigt.

Kommen wir nun zur letzten Kategorie:

4. Goofs

Vor einer Weile sah ich einen künstlerisch wertvollen Porno, der mir wirklich gut gefiel. Ich hatte schon Hoffnung. Bis ich rechts oben an der beleuchteten Wand die Schatten zweier Personen sah, die in der „Frau ist frustriert und masturbiert” Szene gar nicht hätten vorkommen sollen. Es waren die Schatten des „naturgeilen” Nachbarn der sich eben ins Zeug legenden Masturbiererin und der der Vorwichserin2 . Das versaut einem nun wirklich jegliche Illusion. Noch schlimmer ist es, wenn ganze Teile der Crew oder des Equipments zu sehen sind. Oder die Darsteller direkt neben die Kamera schauen und man weiß genau, da steht der Regisseur und gibt so hocherotisierende Anweisungen wie „Mach mal die Beine breiter, sonst kann man da nich reinzoomen”.

Wie soll man denn da kommen?

Doch keine Angst lieber Leser, trotz zahlreicher Rückschläge ist meine Libido in guten Händen. Ich mache mir jetzt meine eigenen Pornos. Nicht im Kopf, sondern in echt wie letzte Woche im Kino. Da hatte ich einen großartigen Dreier, der wäre einen Oscar wert gewesen. Nur zeichne ich mich nicht auf dabei. Hab nämlich manchmal Pickel am Hintern.


  1. Bis auf die Angehörigen der „Frau ins Auge spritzen” Fetischgruppe, die es tatsächlich gibt. []
  2. Ich habe keine Ahnung wie die Leute heißen, die hinter den Kulissen für das Erarbeiten und Halten der Erektionen zuständig sind. Deshalb nenne ich die mal so. []

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