Mein Dilemma mit Pornos (Teil 2)

Um dem geneigten Leser mein Dilemma näher zu erläutern, versuche ich es mal zu kategorisieren:

1. Die Umgebung

Mal abgesehen vom echten Amateurporno, bei dem ich ja erwarte, dass er in allzu realistischen Schlafzimmern durchschnittlich attraktiver Alltagsmenschen stattfindet, ist die Umgebung und die nicht beachteten Details selbiger mein Abturner Nummer eins.1

Zum Beispiel komme ich nicht mit den, vor allem im deutschen Porno gern gesehen Leoparden/Jaguar/Tiger bemusterten Polsterliegen mit dazugehöriger verspiegelter und schwarz furnierter Anbauwand klar. Ich habe mich immer gewundert, wo man so was Albernes kaufen kann, bis ich es zufällig in einem Katalog sah.

Noch abturnender, und leider weltweit proportional überdurchschnittlich oft vorhanden: alte Gelsenkirchener Barock Sofas, die irgendwie immer unbequem, zu klein und mit Augenkrebs erregenden Mustern bezogen sind. Zu diesen gesellen sich gern die in den 80er Jahren beliebten Mosaikfliesenbeistelltische. Bei beiden gibt es eindeutige internationale Präferenzen für die Farben schwarz, braun, lila und königsblau zu denen sich in den letzten Jahren noch ein unmotiviertes apricotfarben gesellt hat.

Warum vögelt keiner auf einem schönen übergroßen Bretz Sofa? Die gibt es auch in Animal Print (wenn’s denn unbedingt sein muss) und die sehen nicht nur gut aus, da passt auch ein ganzer Gang Bang drauf.

Warum die meisten Fickmöbel in gemustert, animalgeprintet bzw. changiert daher kommen, erschloss mich mir bei einer eher traumatischen Pornoerfahrung in einem Lesbenporno (einem für Lesben). Die Damen wühlten sich zur Abwechslung auf einer monochromen2 Garnitur. Anfangs erfreute ich mich über die erfrischende Einfarbigkeit, bis ich näher hinsah. Flecken! Überall. Und was für welche! Seit dem weiß ich wozu man diese Muster braucht. Damit man die Pornoalltagsbegleiterscheinungen nicht so schnell entdeckt.

Doch nicht nur die Möbel an sich verschrecken meine zart besaitete Libido. Meist sind es auch die unmotiviert bereitgestellten Accessoires, die Realität vortäuschen sollen. In einem Porno stand im Regal hinter den sich gerade anal begutachtenden Akteuren ein Bild von Maggie Thatcher. Sorry, aber wer bei Maggie Thatcher noch einen hoch kriegt, sollte sich in Therapie begeben.

Als ähnlich demotivierend können folgende Beobachtungen meinerseits eingestuft werden: Karl Marx’ Das Kapital (mit dem der Protagonistin auch noch der Hintern versohlt wurde), ein schon vor Wochen verstorbener Feigenbaum, Kaffeehausgardinen, eine Klobürste (im Wohnzimmer), Kartoffelchips (im Schlafzimmer), leere Regale, Diddl-Maus Bettwäsche, angeschaltete Fernseher, die nebenbei Kinderfernsehen übertragen…

to be continued…


  1. Amateurporno gucken ist für mich eh ein bisschen wie eine Tiersendung im Fernsehen sehen. []
  2. Lilafarbenen, für alle die es genauer wissen wollen []

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