Obwohl ich gerade neulich erst wieder bemerkt habe, dass mein Englisch nicht wirklich gut genug ist, um in “echten” Konversationen mitzuhalten, werde ich diesen Rückblick auf Deutsch verfassen. Dass geht schneller und übt vielleicht wenigstens meine Schreibverfassung
[Montag]
Morgens konnte ich mir wieder ein bisschen länger Zeit lassen, da ich gegen Mittag bei dem Reparateur unseres Mischpults einen Termin hatte. Dort angekommen, war ich gespannt darauf zu erfahren, wer den die Rechnung bezahlen sollte. Zwar hatte unser Toning uns erzählt, dass er mit AMC alles geregelt hätte, da aber niemals explizit darüber geredet hatten, befürchtete ich eine unangenehme Überraschung.
Als Erstes erfuhr ich, dass die lose Schraube, die noch am vergangenen Freitag in dem Mischpult geklappert hatte, nicht aufzufinden gewesen war. Vermutlich sei sie irgendwann herausgefallen, wurde bemerkt. Aha. Dann bekam ich das Mischpult und wurde freundlich verabschiedet. Glück gehabt.
Vorher war ich noch beim örtlichen Mediamarkt gewesen, um das Headset umzutauschen, welches ich am Samstag erstanden hatte, dass jedoch viel zu klein für meinen Kopf war. Dabei wurde ich Zeuge einer sehr geschickten Verkaufsstrategie: Ich musste das bemängelte produkt erst in der Reparaturabteilung vorlegen, wo es einkassiert wurde und ich ein ausgefülltes Formular bekam. Dann wurde ich mit den Worten “Schaun sie doch mal, ob sie was finden, ansonsten können sie es sich auch auszahlen lassen.” entlassen.
Habe ich dann auch genauso gemacht. An der Kasse angekommen, bedeutete mir die Kassiererin, dass ich noch eine Unterschrift aus der zuständigen Abteilung bräuchte. Der dort zuständige Mitarbeiter musste jedoch erst seinen Vorgesetzten kontaktieren, um bei diesem eine Unterschrift zu erbitten. Da stand ich also nun vor dem Regal, inmitten kleiner Technik-Spielzeuge und wartete bestimmt mehr als zehn Minuten auf die Rückkehr meines Formulares. Ich habe dann doch noch das billige, aber viel komfortablere Headset einer Noname-Firma gekauft und das Restgeld in einen USB-Stick investiert.
Letzterer brachte mich auf eine sehr interessante Frage: Bin ich, wenn ich den USB-Stick als Backup-Medium benutze, schon hoffnungslos altertümlich, weil ich ja mit dieser Wahl zeige, dass ich davon ausgehe, dass das Netz möglicherweise zu bestimmten Zeiten oder an bestimmten Orten nicht verfügbar ist?
Nach meinen obligatorischen Stunden an der Uni war ich schwimmen. Diesmal ohne Lili, da die beschäftigt war. Eins kann ich sagen: Alleine schwimmen ist langweilig. Zwar war ich hinterher etwas erschöpfter, da ich etwas schneller geschwommen bin, dafür wollte die Zeit einfach nicht rumgehen. Gericht des Abends: Gyros. Wie alles aus dem Yellow Submarine war auch das sehr lecker.
Dann habe ich noch meinen Computer abgeholt, damit Squee und ich in Zukunft im selben Zimmer spielen können. MidBro hatte die Stadt am Tag zuvor verlassen ohne mir Bescheid zu geben, dass er meinen Computer die nächsten zehn Tage nicht braucht. Glücklicherweise war aber sein Mitbewohner da und so konnte ich den Rechner wieder mitnehmen.
[Dienstag]
An dem Tag war ich sehr früh aufgestanden und wollte so auch meinen Schreibtisch früh wieder verlassen um mich mit Squee in Azeroth zu treffen. Aufgrund einer unglücklichen Medienwahl, kam es aber zu einem bedauerlichen Missverständnis zwischen uns, so dass der Abend mehr oder weniger gelaufen war. Merke: Email ist zu asynchron und langsam, um kurzfristige Absprachen zu treffen.
WoW ohne Leute zu spielen, die man kennt, ist echt für die Katz. Entweder man kommt alleine nicht klar, oder man trifft auf Leute, die eine Gruppeneinladung zwar gerne annehmen, aber ansonsten keine Ahnung zu haben scheinen, wofür die Chatfunktion und die Emotes da sind.
[Mittwoch]
Hörspielwerkstatt war an diesem Tag ganz okay. Wir haben mal geprobt, was wir für die lange Nacht der Wissenschaften aufführen wollen und ich konnte so endlich mal etwas von Daniil Charms vortragen. Wer sich für absurde Litertur interessiert, dem lege ich diesen russischen Schriftseller, der Anfang des letzten Jahrhunderts lebte, wärmstens ans Herz. Für eine Handvoll Euro gibt es ein Reclam-Bändchen von ihm, dass Fälle heisst.
Zusammen gespielt haben wir an diesem Abend wieder nicht können, da sich Squee beim Training ein blaues Auge geholt hatte. Natürlich hat jeder geglaubt, dass mein Geschenk zum Frauentag war. =)
[Donnerstag]
An diesem Tag lagen wieder einmal zwei Termine übereinander. Es war - wie immer in geraden Wochen - planungstag bei der 2nd Force. Andrerseits war dieser Tag der Beginn des dritten preis der Macht, der bei Gießen stattfand. Der plan war also der folgende: Früh zur Arbeit, dort alle Dinge erledigen, die ich normalerweise nach der Konferenz tue, dann hoffen, dass die Konferenz nicht so lang dauert und schließlich - so gegen 16:00 Uhr hoffte ich - losfahren.
Doch Murphy wollte es wieder einmal anders. Als ich um 9:00 Uhr ins Büro kam, musste ich erst einmal feststellen, dass die von mir eingeplante Arbeit schon erledigt war. Außerdem verschob sich die Sitzung wegen eines Arztbesuches eines wichtigen Teilnehmers. Und dauerte natürlich ein wenig länger als sonst. Hinzu kamen einige organisatorische Verschwurbelungen, die ich noch klären musste. Gegen 18:30 machten wir uns dann schließlich auf den Weg…
…nur um kurz hinter Erfurt festzustellen, dass der Weg ungefähr 150 Kilometer länger war, als ich gedacht hatte. Erfreuliche Nachricht des Tages war, dass Atlanten an Tankstellen nicht - wie ich befürchtet hatte - völlig überteuert sind, sondern schon für fünf Euro verkauft werden. Als ich spät in der Nacht ankam, fand kein großes Spiel mehr statt. Die beiden darauf folgenden Tage sollten eine Mischung aus Anstrengung und Amüsement werden. Da ich den großen Teil der Zeit gespielt habe, werde ich Freitag und Samstag aus Sicht meines Charakters beschreiben.
Aus den Tagebüchern des Morad Rafan, Assistenzbibliothekar der Silbermondgilde:
[Quote]
[Freitag]
Nachdem ich viel zu früh am Morgen aufstehen musste, um noch das praktikum vorzubereiten, erwartete mich auch schon meine erste Aufgabe. Da der Kollege Serdenius Beregrecht wegen wichtiger Geschäfte erst am Abend kommen konnte, musste ich eine Vorlesung im eigentlichen Sinne halten. Bewaffnet mit dem ausgedruckten Manuskript des Magisters für Dimensiologie ging ich in das Thaumaturgium und begann meine Lesung. Erst während ich den Text vortrug, bemerkte ich, wie schwierig der Begriff, der den Fachbereich bezeichnet auszusprechen ist und ersetzte ihn deshalb durch das sinnhaft ja sehr nahe Wort Ebenenmagie. Ich hoffe mein Kollege wird es mir nachsehen.
Zwar zeigten sich die Anwesenden zum Teil wenig begeistert über meine undeutliche Ausdrucksweise und die recht zweideutigen Beleidigungen, welche Herr Beregrecht in seinem Vortrage untergebracht hatte, aber mit Zufriedenheit konnte ich feststellen, dass die zusätzlichen Zitate, die ich mir die Mühe gemacht hatte herauszusuchen, sehr wohl auf Interesse und hier und da auch Amüsement stießen.
Nach der Vorlesung hatte ich eine kleine Unterredung mit der Schulleitung, welche von mir verlangte, dass ich auch die zweite Vorlesung halten solle. Wohl wissend, wie schnell der Herr Beregrecht dies als Affront auffassen könne und in diesem Fall außerdem vollstes Verständnis für seinen Standpunkt habend, regte ich eine Überarbeitung des Lehrplanes an, welche auch zum gewünschten Ergebnis führte. [Quote]
Edited on Mar 18th 2005, 16:26 by jeck
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