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Lidl überwacht Mitarbeiter

An nem Tag wie heute solche Nachrichten, da bekommt man doch Lust mit Steinen zu werfen. Verdammter Scheißladen.
Jetzt müssen sich die Leute da, die für einen Scherz von einem Lohn ihren Buckel krumm machen müssen, auch noch bespitzeln lassen um “schwarze Schafe” ausfindig zu machen.

Der Konzern sieht sich allerdings im Recht: Es sei darum gegangen, eventuelles Fehlverhalten der Mitarbeiter festzustellen, nicht aber, sie zu überwachen.

Kann mir bitte mal eben jemand erklären, wo da der Unterschied ist?

Anonymität ist wohl dehnbar

Vor kurzem habe ich mich ja als Mitarbeiter eines großen braunen Paketdienstes geoutet.
Über diesen gibt es eigentlich immer etwas Interessantes zu berichten. Komisch, dass ich damit nicht schon früher begonnen habe.

Mein Arbeitgeber führt einmal pro Jahr eine Umfrage zur Mitarbeiterzufriedenheit (ERI – Employee Relations Index) durch. Da ich generell ein ziemlich unzufriedener Mitarbeiter bin, nehme ich natürlich daran teil, wann hat man schon mal die Gelegenheit, dem Laden zu sagen, was Sache ist. Gut, ist denen scheißegal, macht aber trotzdem Spaß.
Das sieht dann folgendermaßen aus:

Ich: “Nabend, ich würde gerne an der ERI-Befragung teilnehmen.”
Kollege: “Prima, dann gib mir doch mal bitte deinen Namen und deine Personalnummer.”
Ich: “Nä, mach ich nicht. In dem Brief, den ich bekommen habe, steht drin, dass das eine anonyme Befragung ist.”
Kollege: “Hm, na kein Problem, musst Du ja nicht machen, nimm an einem der Computer Platz und…”
Typ im Anzug (im Folgenden “Typ”): “Du musst dem Kollegen schon sagen, wieso du die Daten brauchst.”
Kollege: “Jo, wir brauchen die Daten … äh … damit wir…”
Ich: “Ich sag euch meine Daten eh nicht, da steht anonym drauf, also kein Name und keine Personalnummer.”
Typ: “Aber…”
Ich: “Das ist eine freiwillige Befragung, ihr wollt wissen was ich denke. Wenn das nur so läuft, geh ich einfach wieder, ich habe eh jetzt Feierabend.”
Typ verlässt den Raum.
Kollege: “Soll ich einfach Kreuzchen rein machen?”

Ich nehme also anonym an einem der Computer Platz und und nicke ein paar Belehrungen , die mir noch mal ganz genau sagen, dass meine Angaben garantiert nicht personalisierbar sind, ab.
Dann die ersten Fragen:

Wie alt sind Sie?
In welcher Abteilung arbeiten Sie?
Wie lange sind Sie schon im Unternehmen tätig?

Bei unseren relativ überschaubaren Abteilungsgrößen ist es ein Leichtes, den Fragebogen über diese drei Fragen einer Person zuzuordnen.

Die Befragung selbst war für’n Arsch, die Fragen waren eigentlich alle so formuliert, dass man sich den ganzen Firlefanz auch hätte sparen können.
Doch zum Glück gibt es da ja auch noch das Feld für freie Kommentare am Schluss.