Archive for the 'Owl Content' Category

Das Ding mit der Angst

Der monoxyd hat gestern, anlässlich der kürzlichen Jährung der Anschläge vom 11. September 2001, eine Sendung zum Thema «Freiheit oder Sicherheit?» gemacht, die ich jedoch leider nicht gehört habe. Allerdings bin ich dann heute über Sein Posting zur Sendung gestolpert, welches fragt:

Fühlt ihr euch durch die Gesetze sicher? Fühlt ihr euch vom Staat bedroht? An welchen Stellen brauchen wir noch mehr Sicherheit? Welche Bedrohungen sind für euch blanker Quatsch? Seid ihr schon mal Opfer der neue Sicherheitspolitik geworden (bei Flügen in die USA, auf Demos, im Netz)?

Was mir dazu einfällt reicht weiter zurück als 2001.

Ich bin ein Kind der 80er. Und in den 80ern gab es in Deutschland Terrorismus. Trotzdem habe ich mich noch nie in meinem Leben durch Terrorismus bedroht gefühlt.

Klar war ich damals noch ein Kind und habe nur wenig davon wahrgenommen, könnte man meinen, das denke ich allerdings nicht.

Meine Mutter war «eine Linke» und sah mehr oder weniger szenetypisch aus. Sie fuhr ein altes Auto, auf dem die Roststellen durch Aufkleber abgedeckt waren, die jede Menge politische Botschaften transportierten. So kann ich mich noch immer gut an diverse Polizeikontrollen erinnern, denn die waren häufig und das ganz besonders, wenn man ins Raster passte. Manchmal waren die Polizisten freundlich oft haben sie schikaniert oder zumindest gestichelt.

Wenn mich damals jemand gefragt hat, was ich mal werden will, hat er alles möglich zu hören bekommen, «Polizist» war allerdings nicht dabei.

Angst vor Terrorismus hatte ich noch nie, das sagt ich ja bereits. Angst vor den Organen des States schon oft.

Ich will mich wohlfühlen wo ich lebe und, so lange ich niemand anderem damit zu nahe trete, machen können was ich will. Das tue ich in vielen Fällen allerdings nicht, denn die Schere im Kopf ist da. Nicht aufzufallen ist zumindest mal der bequemere und im Zweifel immer der sicherere Weg.

Schade eigentlich.

Lidl überwacht Mitarbeiter

An nem Tag wie heute solche Nachrichten, da bekommt man doch Lust mit Steinen zu werfen. Verdammter Scheißladen.
Jetzt müssen sich die Leute da, die für einen Scherz von einem Lohn ihren Buckel krumm machen müssen, auch noch bespitzeln lassen um “schwarze Schafe” ausfindig zu machen.

Der Konzern sieht sich allerdings im Recht: Es sei darum gegangen, eventuelles Fehlverhalten der Mitarbeiter festzustellen, nicht aber, sie zu überwachen.

Kann mir bitte mal eben jemand erklären, wo da der Unterschied ist?

Für ein Morgen in Freiheit

Parteien, Bürgerinitiativen und Berufsverbände rufen bundesweit zur Teilnahme an einer Demonstration gegen die immer weiter fortschreitende Überwachung durch Staat und Wirtschaft auf. Am Samstag, dem 15.03.2008, werden die Bürger in Köln unter dem Motto “Für ein Morgen in Freiheit!” auf die Straße gehen. Treffpunkt für die Teilnehmer wird um 14.00 Uhr der Roncalli-Platz (“Domplatte”) in Köln sein.

Informieren!

Bundesverfassungsgerix und die Online-Durchsuchung

Und wieder hat uns das kleine gallische Dorf vor schlimmerem bewahrt.

Stellt sich für mich nur die Frage, wann diese Römer (die ja bekanntlich spinnen) es endlich lernen.

Quarks & Co: Die Waffen der Terror-Fahnder

Kaum ein Tag, an dem nicht irgendwo auf der Welt ein Terroranschlag verübt wird. Es kann jeden jederzeit treffen – so das allgemeine Gefühl seit 9/11, dem Anschlag auf das World Trade Center in Manhattan am 11. September 2001.

uarks & Co stellt u. a. die neuesten Waffen der Terror-Fahnder vor und zeigt, warum viele Antiterrormaßnahmen uns nicht schützen.

Hier angucken
Weitere Informationen

“Freiheit ist Sicherheit” Demo in Köln

Der Bundestag hat am 09.11.2007 das neue Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung verabschiedet. Als bürgerlicher Protest gegen diese Anmaßung findet am Samstag, den 24. November 2007 die Demonstration “Freiheit ist Sicherheit” in Köln statt.

Weitere Informationen…

Sammel-Verfassungsbeschwerde gegen Vorratsdatenspeicherung – Frist verlängert!

Der Sammel-Verfassungsbeschwerde gegen Vorratsdatenspeicherung kann sich noch bis zum 24.12.2007 (Heiligabend. Nä wie schön!) angeschlossen werden. Was auch jeder mit funktionstüchtigem Gehirn tun sollte.
Und nur weil Ihr jetzt noch ein paar Tage Zeit habt, heißt das nicht, dass Ihr das nicht auch einfach mal sofort machen könnt.

Und Achtung! Nicht nur online anmelden, auch brav den Brief abschicken. Die 55 Cent und den Gang zum Briefkasten sollten Euch Eure Grundrechte doch wert sein, oder?

Glaubwürdigkeit ist eine Zier, doch besser geht es ohne ihr

Doch steht außer Frage, dass Terrorismusbekämpfung in Deutschland nur innerhalb und nicht außerhalb des Rechtsstaates stattfinden kann und darf. Wer den Rechtsstaat schützen will, darf nicht dessen Prinzipien preisgeben.  

So hieß es in einer E-Mail, die ich vor nicht allzu langer Zeit vom Bundestagsabgeordneten Martin Dörmann (SPD) erhielt.
Des Weiteren schrieb er:

Die SPD hat stets darauf geachtet, die Wahrnehmung von Sicherheitsbelangen in Übereinstimmung mit dem Schutz der Bürgerrechte zu bringen und eine entsprechende Balance zu wahren. Das Grundgesetz ist der wichtigste Leitfaden unseres politischen Handelns. So ist es und so wird es bleiben. 

Und was macht er?
Er stimmt natürlich für die Neuregelung der TK-Überwachung, welche die Vorratsdatenspeicherung beinhaltet.
Zum Kotzen ist das!

Demo gegen Vorratsdatenspeicherung [Update]

Am Dienstag den 6. November findet ab 18:30 Uhr eine Demonstration gegen die Vorratsdatenspeicherung statt.
Auch in vielen weiteren Städten wird demonstriert. Anlass ist die Abstimmung des Deutschen Bundestags am 9. November über den Gesetzesentwurf zur Neugestaltung der Telekommunikationsüberwachung.

Gebt Euch einen Ruck und geht hin. Wenn wir den Salat erst mal haben und ihr nichts unternommen habt, werdet Ihr Euch euch nur ärgern, versprochen. 

Und, wie war’s denn?
Kalt. Außerdem waren (wohlwollend) geschätzte 200 Menschen da.
Transparente usw. waren gut und es waren auch ein paar Medienvertreter in Form eines Kamera-Teams und einer Radiotante da. Bei den Leuten mit Foto-Kameras weiß man ja nie so genau, ob die nun von ner Zeitung oder so sind, oder eben nicht.
An sich bin ich ganz zufrieden, hatte ich doch vorher gruselige Fantasien von einem verlorenen Grüppchen von 20 Personen und einem einzigen Schild gehabt.

Doch wie bei eigentlich jeder Demo habe ich mich mal wieder am Rahmenprogramm gestört.
Wieso ist es eigentlich nicht mal möglich, mit Schildern und Transparenten (vielleicht noch ner Flasche Bier) einfach da zu sein und Präsenz zu zeigen? Klar, ein oder zwei Redebeiträge müssen natürlich auch noch drin sein, Flyer und der ganze Kram auch.
Aber es ist doch wirklich mal nicht nötig, die Klampfe auszupacken und “Die Gedanken sind frei” zu singen (den zweiten Song habe ich schon wieder vergessen, zum Glück wahrscheinlich…).
Das war mir wirklich ein bisschen unangenehm.
Die Idee mit dem Grab des Grundgesetzes fand ich dagegen super!

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Frank schreibt in seinem lesenswerten Artikel Die rote Linie davon, dass er das Gefühl hat, nun bei der großen Masse die Grenze der Privatsphäreneingriffe überschritten zu sehen. Mit der heimlichen Onlinedurchsuchung geht es jetzt wirklich jedem zu weit.

Jetzt ist der Moment, in dem Du Franks Artikel liest, um dann hier weiter zu gucken.

Ich hoffe wirklich dass er Recht hat, befürchte jedoch, dass die angesprochene rote Linie nicht ganz durchgezogen ist. Ich weiß natürlich nicht mit wem genau er gesprochen hat, aber es ist die Rede von Journalisten. Ich rate jetzt einfach mal ins Blaue, dass die anderen Gesprächspartner aus ähnlichen sozialen Verhältnissen stammen.
Denn mir zeigt sich leider noch ein anderes Bild. Ich arbeite unter Anderem bei einem großen braunen Paketdienst und belade dort Frachtflugzeuge. Meine Arbeitskollegen sind zum großen Teil das, was man früher als Proletarier bezeichnet hat (ist das heute noch pc?).

In dieser, wirklich nicht kleinen, Bevölkerungsgruppe herrscht teilweise eine unaussprechliche Gleichgültigkeit vor. Ich spreche wirklich viel mit meinen Kollegen über das Thema, und bekomme jedes Mal wieder eins mit dem Frustrationshammer. Mir zeigt sich ein Bild von Menschen, die einfach gar nicht wissen, dass es sich lohnen kann, sich gegen etwas zur Wehr zu setzen. Die freuen sich, dass da mal ein paar Sachen beschlossen werden, die sie kein Geld kosten und ihre Welt vielleicht ein bisschen sicherer machen (wir wissen natürlich alle, dass das völliger Quatsch ist).

Und ich will nicht sagen, dass es dieser Gruppe von Menschen so sehr an Intelligenz oder Bildung mangelt. Das wäre nämlich wirklich falsch, auch wenn es ab und an so wirkt. Viel mehr sehe ich Leute, die es sich selbst nicht wert sind, die sich der Wirtschaft, der Politik, ja sogar dem einfachen Vorgesetzten machtlos ausgeliefert fühlen und versuchen, den einfachsten Weg zu gehen, der ihnen noch bleibt.

Ich glaube leider noch nicht daran, dass die heimliche Onlinedurchsuchung die Volkszählung von 2007 ist. Trotzdem möchte ich mich Frank anschließen und auch noch mal auf die Demonstration am 22.9. hinweisen. Ich werde wohl von Köln hinfahren, falls ich das nicht mit der Bahn mache, kann ich noch drei Leute im Auto mitnehmen. Dazu dann aber mehr.

Ich hoffe Frank liegt richtig, und ich voll daneben.

Update (15.9.): Zur Demo fahre ich mit der Bahn. Also nichts mit Auto.