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Esquina

Für viele Zugezogene hält Berlin seinen sehr eigenen Charme parat, der vordergründig als schroff oder gar unhöflich interpretiert werden kann. Der Alteingesessene hingegen erlebt die “neue westdeutsche Freundlichkeit” mit dem Ami-Lächeln, der man dank der ebenfalls zugezogenen Neu-Berliner Bedienungen nur allzuoft beim Frühstücken begegnet, als verstörend.

Man wird also meistens hinreichend nett empfangen in Berlin, zumindest wenn man sich nicht als meckernder, dauerschlechtgelaunter Gast outet. Freundliche Bedienung ist – entgegen anderslautender Vorurteile – durchaus Standard in der ehemaligen Mauerstadt. Was uns aber im Esquina entgegenschlug, war gradezu Herzenswärme und Frohsinn plus original Berliner Charme: “Lust uff Kaffe?”

Ein Blick auf die Speisekarte überraschte auch positiv: Es gibt ja so Frühstücke, die sich zwar prima auf der Karte lesen, aber niemals von jemandem bestellt werden, etwa ein “Bordsteinschwalbenfrühstück”, wo ein Whiskey und eine Zigarette[1] serviert werden. Oder Tomatenfrühstück. Solche neumodischen Karteileichen kamen uns[2] im Esquina[3] nicht unter die Augen. Und unter uns: Frühmorgens bleibt auch der leckerste Whiskey ein Ladenhüter.

Alten Traditionen folgend ordert 46halbe einen ausgesprochen gutschmeckenden und einladend aussehenden Latte macchiato (2,60 Euro). erdgeist ist eher einer von diesen Vieltrinkern, der immer möglichst große Abfüllungen an Flüssigem bestellt, diesmal eine Riesen-Apfelschorle (0,4 l für 2,90 Euro).

Es ist ja übrigens eine schlimme Krankheit, das mit dem Vieltrinken. Kann sich jemand erinnern, daß die Leute vor ein paar Jahren auch schon permanent mit Wasserflaschen oder sonstwie Trinkbarem am Hals durch die Gegend rannten? Wenn man heute mal an beliebigen Orten rumsitzt und Menschen beobachtet, so fällt auf, daß offenbar alle dem Trinkwahn verfallen sind. 46halbe glaubt ja fest, daß hier die Getränkemafia gemeinsam mit den Gesundheitsaposteln ganze Arbeit geleistet hat.

Riesenbrotkorb

Riesenbrotkorb: war dabei.

Da zur vollständigen Bewertung mindestens ein Standardfrühstück gehört, erdgeist aber doch eher Lust auf gesunde Eiweiße zur Abwehr der in Berlin umgehenden Influenza-Welle hatte, schlug 46halbe mit einem kleinen gemischten Frühstück zu. Keine Minute später landete ein Riesenbrotkorb auf unserem Tisch. Zwar waren die Brötchen geschmacklich nur so lala, dafür gab es aber mehrere Sorten zur Auswahl sowie ein paar echte Berliner Stullen. Nachdem wir kurz die Anzahl der Brötchen und Stullen durch die Anzahl der Frühstücker (2) dividiert hatten, mußten wir uns anstrengen, den Platz im Magen optimal auszunutzen.

Kleines gemischtes Frühstück

Kleines gemischtes Frühstück (3,90 Euro)

Das kleine gemischte Frühstück war ganz schön groß. Es gab Obst, Käse, Marmelade, Salatdeko, Butter und Nutella. Der Camembert, den 46halbe nicht goutierte, blieb am Ende allein zurück. Die verschiedenen Wurstsorten hatten allerdings entlarvende Packungsmuster, die wir als Beweis für die Nachwelt hier dokumentieren.

Packungsmuster

Entlarvende Packungsmuster

Das Ergebnis der Diskussion, inwiefern der kredenzte Aufschnitt frisch sein muß, endete in folgendem Konsens: Wir sind nicht allzu pingelig, denn für 3,90 Euro erwartet man schließlich keine frisch servierten Hummerschwänzchen. erdgeist bekam das Rührei mit Speck und zeigte sich ebenfalls zufrieden. Er bemerkte ein Detail, das auf aufmerksame Küchenarbeit hinwies: Es war Zitrone auf die Äpfel geträufelt, damit sie nicht vor den Augen des Gastes braun werden. Solch Nettigkeit erfreut den geneigten Restauranttester doch immer.

Rührei

Rührei mit Speck (3,50 Euro) plus 50 Cent für Extra-Speck

Zum Abschluß gab es noch zwei Espressi mit Leitungswasser (für je 1,50 Euro), die das Frühstück zu einer runden Sache machten. Da störte auch die seltsame Musik nicht mehr, die erdgeist an Absolventenjahrgangstreffen erinnerte, von denen er aber nicht sagen konnte, zu welchem Jahr sie gehören. Für zusammen nur 16.40 Euro waren wir pappesatt und froh.

Hingehen sollten alle, die nichts Außergewöhnliches am Morgen erwarten, aber ein solides Berliner Lokal mit bemerkenswertem Preis-Leistungs-Verhältnis und ohne Zweifel freundlicher Bedienung mögen.

Esquina
Danziger Straße 35
, Ecke Dunckerstraße
Telefon: 030 / 442 71 26
www.cafe-esquina.de

  1. Naja, Rauchen in Gaststätten ist ja ohnehin in Berlin mittlerweile nicht mehr erlaubt. []
  2. Diesmal Expertenfrühstück mit erdgeist und 46halbe. []
  3. Esquina: spanisch für Ecke. []

Im Nu

Wenn es morgens in einem Café keinen Tisch mehr gibt, ist das erstmal ein gutes Zeichen. Wir[1] hatten aber Glück: Als wir eintrafen, packte gerade eine freundliche Frau ihre Sachen zusammen. Wir ergatterten also einen der begehrten Tische vorn am Fenster. Hinten sitzt es sich im Café Im Nu immer etwas ungemütlicher, es ist irgendwie zu dunkel für licht-affine Frühstückswillige, die gerade erst das Kuschelbett verlassen haben.

Wer es nicht weiß: “Im Nu” ist eine Kaffeesurrogatextraktmarke der DDR, deren Geschmack wohl nur mit “urst geil” gut beschrieben ist. Es gibt sie übrigens noch heute, mittlerweile auch in kapitalistischen Geschmacksrichtungen. Ich hab sie früher mit Vorliebe getrunken, heute neige ich nur noch dazu, wenn ich irgendwann am Tag das Gefühl habe, schon zuviel Koffein getrunken zu haben, aber dennoch Lust auf Kaffeeartiges verspüre. Definitiv war heute nicht so ein Tag, ich orderte den üblichen Latte Macchiato für 3,10 Euro.

Da ich den Preis in meiner morgendlichen Koffeingier zunächst nicht beachtete, kann ich nur im Nachhinein feststellen, daß dies zu teuer für das Gebotene war. Ein Blick in die Speisekarte zeigte eine breite Auswahl: Bagels, Rühreier verschiedener Art, Frühstücksteller. Martin entschied sich ohne viel Federlesen für ein Rührei mit Kräuter-Feta.

Rührei mit Kräuter-Feta

Rührei mit Kräuter-Feta 4 €

Er zeigte sich angetan vom Geschmack und beschrieb das Rührei als “ganz hervorragend”, fand aber die Menge nicht angemessen, eher was für Halbstarke. Auch die beiliegende Tomatendeko war nach seiner Auskunft nicht allzu geschmacksintensiv. Da er aber mit einem ausgesprochenen Gutmenschen in Sachen Frühstück tafelte, mußte er nicht hungrig bleiben: Bei mir ist immer was übrig.

Obst-Frühstück

Obst-Frühstück: 4,20 €

Nicht etwa aß Martin mir mein Obst-Frühstück weg, wir konnten uns aber einen üppigen Brotkorb, der dazu serviert wurde, teilen. Die Brötchen und das Brot waren frisch, das Obst selbstverständlich auch. Etwas Joghurt war auch dabei: Ich war hochzufrieden.

Wir hatten uns eine Weile nicht gesehen, so saßen wir sicher noch ein Stündchen nach dem Essen beisammen und tauschten Neuigkeiten aus. Dabei wurde noch der eine oder andere Cappuccino (1,90 Euro) bestellt. Nach dem Genuß mehrerer Tassen bemerkte Martin, daß der Cappuccino zu milchig ist. Statt nur Milchschaum obendrauf, war nämlich die Milch bereits drin. Nunja, vielleicht war es auch einfach Zeit, sich ans Tageswerk zu machen.

Hingehen sollten alle, die eine große Auswahl mögen, zuvorkommend und sehr freundlich bedient werden möchten, nicht eben den Riesenhunger haben und bequeme rote Sofas zu schätzen wissen.

Im Nu
Lychener Straße 41, 10437 Berlin
Die Bar des Im Nu

  1. Erstmaliges Frühstücksbloggen von Martin und 46halbe. Das mit dem Fotos auch in scharf müssen wir noch üben, Verzeihung bitte. []

Cutie Pie

Eigentlich waren wir später noch zum Frühstück verabredet, aber als wir so durch die Lausitzer Straße flanierten, lachte uns ein kleiner Kaffeeladen an.

Wir also rein - Zeit und Hunger waren noch genug da - und erst einmal die beiden Bedienungen ein bißchen verunsichert. Das Cutie Pie ist sehr nett eingerichtet, wirkt ein bißchen wie ein heller, gemütlicher Leseclub und war total leer, als wir da waren. Allerdings läßt das haufenweise herumstehende Kinderspielzeug vermuten, daß es hier normalerweise nicht so gemütlich zugeht.

Das Angebot ist nicht wirklich groß, sieht aber sehr lecker aus. Es gibt die üblichen Kaffeevariationen und Kuchen, der teilweise selbstgebacken ist. Die folgende Zusammenstellung hat ungefähr 6,30 Euro gekostet, genaue Preise konnte ich mir leider nicht merken - es war einfach noch zu früh.

Der Kuchen war sehr lecker, die Heißgetränke auch, vor allem die Mini-Brownies dazu. Normalerweise gibt es hier frische Minze, die heute leider aus war, aber das restliche Teeangebot kann sich sehen lassen.[1]

Kein Ort also um lange und ausführlich zu frühstücken, aber genau richtig für das kleine Frühstück zwischendurch. Aperitif sozusagen, und der muß nicht süß sein, es gibt hier auch Bagel, Croissants und belegte Toasts[2]. Glauben wir zumindest. Auf jeden Fall auch was anderes als Kuchen.

Geht am besten mal selber hin und probiert das aus, das Cutie Pie ist nämlich sehr sympathisch, liegt aber ein bisschen ab vom Schuß und wirkt deswegen ein bißchen unausgelastet.

Cutie Pie, Lausitzer Str. 8, 10999 Berlin[3]
0163-201 37 68
…mehr Infos

  1. Obwohl es natürlich auch hier was zu meckern gibt: Einzeln in Plaste verpackte Teebeutel sind halt nicht wirklich Bio. []
  2. Outsider meint, das muß Sandwich heißen. Zugeklapptes Toast mit was drin halt. Warm. Für ab ‘nen Euro. []
  3. Die im Netz angegebene Adresse, die Erinnerung der anwesenden Frühstücker und Google Maps passen nicht so richtig zusammen. Das Cutie Pie ist auf der Lausitzer, wenn man von der Wiener zur Reichenberger läuft auf der rechten Seite. []

Baretto

Das Baretto ist einer von diesen kleinen unscheinbaren Läden, in die man kaum zufällig reinkommt. Es wirkt nicht wie ein Restaurant, sondern eher wie eine Mischung aus öffentlichem Gemeinschaftseßraum und Kaffeebar.

Jecks leckeres Essen

Und das ist es irgendwie auch. “Baretto” bedeutet Happen.[1] Also schnell rein, einen Kaffee bestellen und eines der gar nicht unleckeren Brote[2]. Dann weiter, länger zu verweilen geht nicht. Nicht weil es unangenehm ist, sondern weil es nach Essen, Kaffee und der Zeitung einfach besser ist weiterzugehen.

Schrags leckeres Essen

Es sei denn man holt sich den Besitzer Claudio Canale an den Tisch und läßt sich die Geschichte der Entstehung des Kaffees erzählen, ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie machtlos man gegen bürokratischen Beamtensumpf sein kann. Die Kaffeemarke Trinci, die hier ausgeschenkt wird und etwas ganz besonderes sein soll - ich kann das nicht beurteilen, aber lecker war er auf jeden Fall - spielt dabei auch eine wichtige Rolle.

Leckerer Kaffee

Viel mehr will ich jetzt nicht verraten, geht einfach mal vorbei und probiert den Kuchen aus.

Leckerer Kuchen

Der wird selbstgemacht und wird gern am Gast ausprobiert. Als wir[3] da waren, ist das Experiment auf jeden Fall geglückt. Hingehen sollten alle, die eine gute Geschichte schätzen können und die keinen Platz zum Verweilen suchen, sondern sich einen Energieschub für den Tag abholen wollen.

BarettoWrangelstraße, 10997 Berlin

Innenansicht Baretto

Das Baretto von Innen

Im Podcast erfahrt ihr etwas mehr über das Baretto, seine Herkunft und den Kaffee. Außerdem gibt es einen philosophischen Kurs in die Gefilde der Knirscherschienen und des Nah-Kneipen-Besuches. Im Podcast behauptet jemand, man könne da lange sitzen. Das stimmt auch irgendwie. Noch ein Grund, warum ihr vorbei gehen solltet.

  1. Wenn ich mir das richtig gemerkt habe. []
  2. Die bestimmt irgendwie anders heißen. []
  3. Der Schrag und Jeck. []

Intimes

Im Intimes war ich schon ewige Zeiten nicht mehr. Im Sommer kann man gut dort draußen sitzen, obgleich es immer etwas zu laut ist wegen der vielen Autos in der Boxhagener Straße. Jetzt, wenn es draußen schon zugig ist, kann man es sich drinnen gemütlich machen mit jeweils nicht störender Musik in angenehmer Lautstärke, netter Bedienung sowie Filmplakaten und attraktiven Wandbemalungen.

Ich hatte eine Berliner Morgenpost unterm Arm, die einer dieser bedauernswerten Aboverkäufer unbedingt loswerden wollte. Naja, nicht gerade die bevorzugte Morgenlektüre, aber man muß sich ja zuweilen auch über die sonst nicht goutierte Presse informieren. Aber erstmal die Zeitung weglegen und die Karte studieren..

Nur Leute, die früher zu oft mit einem Bonanzarad unterwegs waren, bestellen normalerweise Sektfrühstück. Da frank aber unverdächtig ist, je eines besessen zu haben, da er als Ossi kaum als Besitzer in Frage kommt und zudem sicher keiner dieser Brits war, muß er wohl in seltener Sektlaune gewesen sein. Er entschied sich jedenfalls für das Frühstück Metropolis mit perlendem Sekt.

Frühstück Metropolis: 7,50 Euro

Um es gleich zu sagen: frank war nach dem Verzehr “zufrieden und faul”. Entsprechend müssen die Menge ausreichend und die Zutaten wohlschmeckend gewesen sein. Nach seiner Auskunft war das Brot frisch und besonders die gereichten Birnenstückchen schmackhaft. Das Ei allerdings muß ein wenig bekrittelt werden, frank empfiehlt, das Abschrecken nochmal zu üben. Nach dem Abpellen wurde es aber als hartgekocht und zweifelsohne nicht aus der Legebatterie gelobt.

Frühstück Point Neuf: 5,50 Euro

Das Frühstück Point Neuf bestand aus zuckersüßen Bananen- und Melonenstückchen, Erdbeermarmelade, etwas Orange, dunklen, aber etwas trockenen Croissants, Blaubeerquark, Nutella, Honig und Apfelmus. Alles in allem eine gute Sache, mengenmäßig aber an diesem Morgen kaum zu schaffen.

Der schon erwähnte Blaubeerquark, der zu beiden Frühstücken serviert wurde, hat zu einigen Diskussionen bei der Bewertung geführt. Zunächst war unsere einhellige Meinung, daß hier die bekannte Mindener Aromafabrik ihre Hände im Spiel hatte, aber beim zweiten Löffel waren wir nicht mehr sicher. Er schmeckte eben doch wie selbstgemacht, mit reichlich Zimt zwar, aber die Schälchen wurden ausgekratzt.

Hingehen sollten alle, die vom Kellner nicht übermäßig belästigt werden wollen, eine chillige Atmosphäre zum Frühstück vorziehen, einfach mal eine Bürgerinitiative gründen wollen und idealerweise einen cineastischen Hang haben.

Intimes, Boxhagener Str. 107, 10245 Berlin
Telefon: 030 / 29 66 64 57
Außenansicht Intimes

Sowohl Als Auch

Das “Sowohl als auch” ist eines der Lokale im Prenzlauer Berg, das zum recht beliebten Klassiker geworden ist. Auch in der nun angebrochenen kühleren Jahreszeit lädt es zum gemütlichen Frühstücken ein. Da man dort problemlos zu jeder Tageszeit, auch schon mal um ein Uhr nachts, allerhand Leckereien bekommt, darf es natürlich in unserem kleinen Blog nicht fehlen. Ausweislich der Karte kann man von acht bis zwei Uhr morgens frühstücken.

Wir[1] trafen uns diesmal zu einem späten Frühstück so gegen 20 Uhr. Offenbar war das kein gutes Omen, denn ganz im Gegensatz zu früheren Erfahrungen war das gastronomische Erlebnis diesmal eher unterdurchschnittlich. Obwohl wir einen kuschligen, unbeobachtbaren Platz ganz hinten in der Ecke ergattern konnten, sieht ein perfektes spätes Frühstück leider etwas anders aus.

Der obligatorische Lackmustest von starbug mußte diesmal entfallen. Er besteht darin, daß ein Eiskaffee bestellt wird, um die Güte des Kaffeeangebotes anhand der nach oben offenen Eiskaffeeskala zu messen. Es war aber schlicht zu kühl für Eiskaffee, befand starbug. Doch wir wußten ohnehin schon, daß es überaus guten Kaffee im “Sowohl als auch” gibt.

Roma

Roma: 7,60 €

Das Frühstück Roma war starbugs Wahl – ein gemischter Teller mit Wurst, Salat und Obst, alles nett arrangiert. Vielleicht lag es an der Uhrzeit, aber so richtiges Frühstücksfeeling wollte bei ihm dennoch nicht aufkommen. Natürlich können wir die dunkle Tageszeit nicht dem Lokal anlasten, die zwei verfaulten Trauben auf dem Teller allerdings schon. Er war nicht begeistert.

Sill hatte nach langem Überlegen und dann plötzlicher Spontanentscheidung das Frühstück Mykonos gewählt. Bevor es eintraf, vergaß die Kellnerin allerdings den bestellten Cappuccino (2,20 Euro). So saß sill eine Viertelstunde auf dem Trockenen – nicht nur hungrig, sondern auch durstig. Der mit dem Cappuccino mitgelieferte Keks konnte aber den Lapsus wieder etwas wettmachen. 

Mykonos   

Mykonos: 4,60 €

Das Frühstück bestand aus Rührei an Salat. Sill konnte keine wirkliche Aussage zum Geschmack machen, sie war derart hungrig, daß es innerhalb weniger Sekunden bereits verzehrt war. Sie lobte aber ausgiebig das zugehörige Brot: “Hat gerockt.” Die Brötchen erhielten hingegen einen Daumen nach unten. Im Kompressionstest fielen sie aufgrund zu hoher Entropie durch.

46halbe hatte sich für das deftige Frühstück St. Georgen entschieden. Es war geschmacklich nichts besonderes, vor allem aber war es praktisch kaum zu essen.

St. Georgen   

St. Georgen: 6,20 €

Es bestand aus mit Schinken und Gewürzgurken belegtem Brot, überbacken mit Käse. Anbei gab es noch viel mehr der leider nur wenig schmackhaften Gurken – und natürlich die offenbar unvermeidlichen Tomaten. Da das unscharfe Messer für die Konsistenz des Essens leider unbrauchbar war, entfaltete sich zudem ein regelrechter Kampf mit den Zutaten. Es mag ein Frühstück für Liebhaber geschmacksarmer Gurken sein, die sich ihr Essen auch noch gern archaisch erobern wollen. Für mich war es ein Erlebnis, das ich nicht wiederholen möchte.

Hingehen sollten also alle, die guten Kaffee mögen, überaus leckeren frischen Kuchen von der angeschlossenen Bäckerei verzehren möchten, aber nicht unbedingt ein Frühstück im Sinn haben – schon gar keins mit massig Gurken.
 

Sowohl Als Auch

Kollwitzstraße 88 (Ecke Sredzkistraße), 10435 Berlin
Telefon: 030 / 442 93 11
www.tortenundkuchen.de 

 

  1. 46halbe wollte diesmal mit sill und starbug schlemmen. []

Hüftengold

Wir waren an einem Ort, den es eigentlich nicht gibt! Zumindest was den Namen angeht. Denn laut Wikipedia handelt es sich bei dem Wort “Hüftengold” um eine “private Wortbildung”. Trotzdem war der Ort sehr sympathisch. Aber der Reihe nach.

Das Motto von Hüftengold ist “Mit Liebe gemacht”, und das meinen die auch so. Das beginnt schon bei den Tischen, die draußen auf der Strasse inmitten von Grünzeug stehen und den Charme von Großelterngartenmöbeln haben[1]. Außer einigen kaum störenden, ab und an vorbeifahrenden Dosentreibern und einem Feuerwehrauto sitzt man dort in der Oderberger Straße ruhig und gemütlich.

Auf dem Tisch stand ein leicht beschädigtes altertümliches Zuckerdöschen, das man so nur noch bei Oma findet. Da wünscht man sich doch glatt den imaginären Datenhandschuh zurück, damit der geneigte Leser ihn virtuell ergreifen könnte. Dazu lag eine schrill-pinkfarbene Hello-Kitty-Karte auf dem Tisch.

Es gab nur eine Kellnerin[2], die ausgesprochen nett und zuvorkommend war. Der Latte macchiato stand schon noch zwei Minuten auf dem Tisch – wie es sich gehört mit einem Leitungswasser dazu.

“Von allem Etwas” (8,70 €)

46halbe entschied sich für das Frühstück “Von allem Etwas” mit einer unnachahmlichen “Power-Energie-Fruchtschorle”, die nicht nur Energie und Sexappeal für den ganzen Tag gab, sondern auch noch im Preis inklusive war. Das Frühstück war ein bißchen langweilig, ob wohl Minze auf den Toastscheiben lag - 46halbe war nicht unzufrieden.

Vermutlich war es die familiäre Atmosphäre, die Jeck dazu bewog, nach Jahren der Abstinenz mal wieder eine Ovomaltine zu versuchen. Die war sehr lecker[3], aber da kann man ja auch kaum was falsch machen.

Zur Ovomaltine bestellte sich Jeck ein “Ipanema in the Morning”. Wie die Besitzerin des Hüftengold auf die Namen für die Frühstücke kam, konnten wir auch nach längerer Debatte nicht nachvollziehen. Aber es klingt allemal besser als “Gemischtes Frühstück”.

“Ipanema in the Morning” (5,00 €)

Ipanema ist übrigens ein Ort der Reichen und Schönen in Rio, entsprechend als Frühstück für Jeck vollkommen angemessen. Allerdings korrespondierte die Butterarmut, die wir nun schon mehrfach beklagt haben, nicht mit dem Image des Frühstücks.

Später, als wir schon satt und zufrieden waren, sind wir wegen aufziehender Kälte in das Innere des Hüftengold[4] umgezogen. Und während wir noch rätselten, mit welchem Heißgetränk wir uns wieder aufwärmen könnten, passierte das Unglaubliche.

Mit den Worten “Damit euch wieder warm wird”, wurde uns frischer Pfefferminztee[5] serviert. Daran haben wir uns dann noch ein gutes Stündchen festgehalten. Der Tee war nicht nur lecker, sondern machte sich auf der Rechnung positiv durch Abwesenheit bemerkbar.

Verschwörungstheoretiker aufgepaßt: Wir haben uns natürlich schon gefragt, ob uns entweder Drogen verabreicht wurden oder uns vielleicht unser Ruf als Gourmetkritiker vorausgeeilt ist und der Tee unser erstes Bestechungsgetränk war. Der FiB-Ausschuss zur Wahrung der Wahrheit ist allerdings zu dem Schluß gekommen, daß es sich dabei um einen Akt der Nächstenliebe handelte, für den wir sehr dankbar sind.

In das kleine gemütliche Lokal sollten alle gehen, die Zeit für einen gemütlichen Morgen und natürlich keine Angst vor Hüftengold haben.

Hüftengold, Oderberger Str. 27, 10435 Berlin
Telefon: 030 / 41 71 45 00

Im Podcast erfahrt ihr etwas über eine der elementarsten Weisheiten der Welt und den Musikgeschmack von Herrn Pixelbrei.

  1. Ja, das ist als Kompliment gemeint []
  2. Es schien, sie hatte auch das Frühstück gemacht und wirkte entgegen den Gepflogenheiten in Berlin wie eine Festangestellte. Oder war es sogar die Besitzerin? []
  3. Genau wie früher! []
  4. Pictures in your Head! []
  5. Frisch, wie in “frische Blätter”. []

Eckstein

Es gibt Klassiker, bei denen kommt man gar nicht darauf, noch extra Worte zu verlieren: Frühstück in der eigenen Küche zum Beispiel oder Picknick im Park. Das Eckstein im Prenzlauer Berg ist so ein Stück Frühstücksgeschichte. Seit das ehemalige Kolonialwarengeschäft vor fast fünfzehn Jahren zur Bar umgebaut wurde, hat es viele Morgen vor dem gefährlichen Vakuum im Kühlschrank gerettet. Dieses Mal jedoch muß es sich der kritischen Betrachtung (und gerade wegen des Heimvorteils einer besonders kritischen Betrachtung) unterziehen lassen.

Das Eckstein befindet sich an der Ecke Raumerstraße/Pappelallee. Draußen gibt es Klapptische mit Bierbänken, aber auch eine Hollywoodschaukel – die Verkehrsgeräusche sind erträglich, dank aufgemotzten Mopeds sogar eher dörflich. Im Inneren gibt es ein paar nicht zu dicht gestellte Tische vor der Bar und zwei betischte Emporen – eine davon jedoch wegen der dort befindlichen Küche eher zugig. Besonderes Feature des Ecksteins sind Rühreier, Smoothies und Pancakes.

Innenansicht mit Empore: kostenlos

An dem sonnigen Morgen war das Restaurant gut gefüllt und unser Tisch füllte sich etappenweise. Die daraus resultierende asynchrone Bestellweise verkraftete das zuvorkommende und gutgelaunte Personal mit Latte-Zubereitungszeiten von bis zu unter zwei Minuten[1] ausreichend gut – ähnlich wie die zugegeben blöden Witze eines der Tester. Die Meßgruppe war mit zwei verkaterten Fleischessern und zwei nicht-verkaterten Vegetariern gut gestreut – eine Placebo-Kontrollgruppe gab es jedoch nicht. Der große Latte macchiato kostete 2,60 Euro, ein extra-Shot Espresso fünfzig Cent. Zur preislichen Orientierung: Französisches Frühstück kostet 4,20 Euro, und als besonderes Extra für den Schmierfaulen gibt es zwei fertig belegte Bemmen als “Berliner Frühstück”.

Der Latte macchiato war durchschnittlich lecker, für den Kaffee konnte hannes – Koffeinjunky und ausgewiesener Kaffeeexperte – jedoch nur das vernichtende Urteil “man braucht Zucker” vergeben. Sill genehmigte sich einen Himbeersmoothie mit Apfelsaft für 3,20 Euro und war sichtlich angetan. franks Wahl fiel auf das Skandinavische Frühstück, hannes und sill wählten beide das Kanadische Frühstück, während erdgeist seiner Tradition treu ein gemischtes Frühstück – hier “Allerweltsfrühstück” – bestellte.

Skandinavisches Frühstück: 6,50 €

Das Skandinavische Frühstück hielt einen laut frank “amtlichen Haufen” Lachs bereit und kam mit Shrimpsrührei, Gemüse, Salat, Butter sowie in je einem Töpfchen Avocadocreme, Dijonsenf und Meerrettich. Während frank vom Rührei durchweg begeistert war, lockte ihm die lasche Avocadocreme nur ein Gähnen hervor, das von der in vegetarischen Ausbildungslagern trainierten sill auch bestätigt wurde.

Kanadisches Frühstück: 5,50 €

Ein Kanadisches Frühstück besteht im Eckstein aus zwei Pancakes. Hannes wählte der Abwechslung wegen neben dem üblichen Blaubeer- ein Bananenpancake. Dazu gibt es Ahornsirup und Dekorobst. Die Blaubeerpancakes sind nach sills Aussage die Referenzdarreichung in Berlin. hannes hätte quantitativ ein wenig mehr für den Preis und seinen Hunger begrüßt – mußte aber nach dem Verzehr zugeben, daß diese nur scheinbar unscheinbar aussahen, es aber doch ganz schön in sich hatten.

Da wir aus früheren Fehlern gelernt und die erste sich bietende Wespe frühzeitig kalt- und zur Warnung im Fenster ausgestellt hatten, stellte das Essen der Pancakes keine entomologische Herausforderung dar. Es soll lobend erwähnt werden, daß sich die Speisekarte zum Wespenjagen eignet.

Allerweltsfrühstück: 5,60 €

Das Allerweltsfrühstück wartete mit vier frischen Wurstsorten, zwei Lagen Lachs, Gorgonzola, Camembert, Käsescheiben in drei Sorten, Marmelade satt, einem Ei, Obstsalat, selbstgemachtem Kräuterquark, Dekorobst und Tomaten auf. Kurzum: Sehr reichlich und nichts aus der Packung. Da es keinen Eierlöffel gab, mußte das offensichtlich nicht korrekt abgeschreckte Ei händisch geöffnet werden und lief prompt über unseren Notizen aus. Den Grund für das wäßrige Ei vermuten wir irgendwo um das Konzept “Vorkochen”.

Der zu den Selberschmier-Frühstücken gereichte Brotkorb beinhaltete sehr leckere, frische Ostschrippen und delikates Vollkornbrot. Alles in allem ist das Allerweltsfrühstück eines der bestausgestattetsten gemischten Frühstücke in der Gegend. Der Teller war spannend, aber leider nicht zu schaffen. Auch Salatkopf-Care-Pakete an den noch nicht vollständig gesättigten hannes führten nicht zur erhofften Abnahme des Essensbergs.

Hingehen sollten alle mit und ohne Kater, die Frühstück satt und dabei von 14 Jahren Erfahrung am Kunden profitieren wollen, keine Mittepack-Allergie haben und kein Internet beim Frühstück brauchen.

Eckstein
Pappelallee 73
, 10437 Berlin
Telefon: 030 / 441 99 60

Eckstein

  1. Da sein erster Kaffee “gefühlte zehn Minuten gedauert” hat, besteht hannes darauf, die Durchschnittszeit mit fünf Minuten anzugeben. []

Rote Harfe

In der Nähe des SO36 in der Oranienstraße befindet sich die Rote Harfe, ein Lokal mit langer Tradition. Heute firmiert es als “Orient-Lounge” mit neuem Besitzer, aber verändertem Konzept. Das konnten wir[1] nicht ahnen, als wir uns dort zum Frühstück trafen. Da es trotz Sonnenscheins etwas zu kühl zum Draußensitzen war, entschieden wir uns für einen kleinen Tisch drinnen am Fenster.

Beim Eintritt empfing uns an der großen Kreidetafel der Hinweis auf das Wochen-Special: Baby-Steinbutt in Nußbutter mit Fenchel. Ui, das klang erstmal einladend, allerdings nicht zum Frühstück. Wenig später hatten wir die Speisekarten und den obligatorischen Latte macchiato (für 2,60 Euro) auf dem Tisch, der zu unserer Freude mit Wasser serviert wurde. Während wir wie immer unschlüssig die Wahl der Frühstücke diskutierten und uns das Wasser bereits im Munde zusammenlief, warteten wir darauf, bestellen zu können.

Wir warteten und warteten. erdgeist hatte sich längst für das Kleine Gemischte Frühstück entschieden, 46halbe hatte aufgrund unterdurchschnittlichen Hungers das Französische Frühstück gewählt. Irgendwann hatten wir bereits Schwächeanfälle wegen Unterzuckerung und fragten verzweifelt, aber höflich nach, ob wir bestellen dürften.

 

Kleines Gemischtes Frühstück: 5,40 €

Das Kleine Gemischte Frühstück kam nur wenige Minuten nach der erfolgreichen Bestellung und bestand aus Cervelatwurst, Schinken und Käse, sämtlich aus der Packung, sowie Camembert, Marmelade und Ei. Die unliebsame optische Zusammenstellung ohne Obstgarnitur, aber mit etwas Salat zauberte kein Lächeln auf erdgeists Gesicht. Auch der sofortige Ei-Verzehr änderte seine Stimmung nicht zum Besseren, denn dieses hatte offenbar nur sehr kurzen Kontakt mit heißem Wasser gehabt, war entsprechend weich, sehr weich.

Obwohl hungrig, fand erdgeist das Frühstück insgesamt fad und trocken. Die in Kreuzberg irgendwie deplazierte R’n’B-Musik, die uns die ganze Zeit etwas zu laut um die Ohren wehte, senkte die Stimmung zusätzlich. Nicht einmal die sekundären Geschlechtsmerkmale, welche die Kellnerin offenbar in aufmunternder Absicht deutlich exponierte, konnten erdgeist erfreuen.

Französisches Frühstück 

Französisches Frühstück: 4,10 €

46halbes Französisches Frühstück, das mit einem Milchkaffee serviert wurde, war übersichtlich, aber nett arrangiert. Das Croissant schmeckte zwar frisch, war aber recht mickrig. Das Preis-Leistung-Verhältnis war dennoch insgesamt angemessen.

Ein bereits aus einem anderen Lokal bekanntes Johannisbeeren-Problem soll hier nicht unerwähnt bleiben und mal grundsätzlich diskutiert werden. Ja, Johannisbeeren sind als saisonales Obst eine vorzügliche Idee als Garnitur und Farbtüpfelchen auf einem liebevoll dekorierten Teller. Sie schmecken nicht nur süß, sondern beerig-frisch und haben sogar das Potential, beim geneigten Gast gute Laune zu erzeugen und zugleich unbewußt mehr Trinkgeld aus ihm herauszukitzeln. Denn ist das Frühstück beispielsweise als Anbahnung intimer Beziehungen geplant, kann man die roten Beeren hingebungsvoll bis erotisch von der Rispe knabbern. Auch wenn der Frühstückspartner eher langweilig palavert, eignen sich die Johannisbeeren zum kreativen Zeitvertreib.

Ungewaschen werden sie jedoch zur Frühstücksbewertungsfalle! Denn sind sie nicht gewaschen, wird der Schmutz auf den Früchtchen zum Hingucker und offenbart lieblose Behandlung der zu verzehrenden Speisen vor dem Servieren. Und wie wir nicht nur aus diesem Blog, sondern auch aus hochwissenschaftlichen Forschungen wissen, reden die Gäste viel häufiger über Störendes, seien es auch Kleinigkeiten, als über Erfreuliches, das wie selbstverständlich hingenommen wird.

Hingehen sollten also alle, die sich in Kreuzberg sowieso etwas deplaziert fühlen, vom Fenster aus aber ein gutes Stück der Oranienstraße beobachten möchten, sich nicht daran stören, wenn das Abräumen ein Viertelstündchen dauert und deren Erwartungen ein Durchschnittsfrühstück nicht übersteigen.

Rote Harfe
Oranienstraße 13, 10999 Berlin
Telefon: 030 / 618 44 46
Rote Harfe

  1. 46halbe war wieder mit erdgeist frühstücken. []

Vivolo

Am zentral gelegenen Hackeschen Markt geht man ja als Berliner eigentlich nicht frühstücken, denn sich als Einheimischer unter die Touristen zu mischen, kommt normalerweise aus Prestigegründen nicht in Frage. Auch erwartet man überzogene Preise, unfreundliche Kellner, herumirrende Passanten und übervolle Lokale.

Aus Zeitgründen mußte allerdings diesmal eine Ausnahme gemacht werden. Wenn man zum Frühstücken nur etwa eine Stunde übrig hat und sich gerade in Mitte befindet, gilt das wohl als valide Ausrede, in eines der Restaurants in den S-Bahn-Bögen am von manchen Berlinern etwas liebkosend Hackmarkt genannten Platz zu gehen. Wir[1] kehrten recht wahllos in das erstbeste Lokal ein, das Vivolo. Gemütlich setzten wir uns unter die breiten Sonnenschirme, es waren nur wenige andere Tische besetzt, also keine Spur von Touri-Schnellversorgungsgastronomie.

Nach kurzer Lektüre und Analyse der zehn verschiedene Frühstücke umfassenden Speisekarte, entschied sich 46halbe für “Sevilla”, fh wählte “Deportivo”. Wie die Namen schon vermuten lassen, bietet das Vivolo spanische Küche.

Sevilla       

Sevilla: 7,50 €

Sevilla und Deportivo wurden inklusive Heißgetränken serviert, womit die stolzen Preise einigermaßen zu rechtfertigen sind. Da wir beide bereits vor dem Durchsehen der Karte gierigerweise einen Latte macchiato (für je 3 Euro) geordert hatten, waren wir nun dem doppelten Koffeineinfluß ausgesetzt. Wir sahen dies jedoch nicht als Schaden an – im Gegenteil.

Zu dem Sevilla-Frühstück gehörten drei Crepes, die mit Pistazienkrümeln und Puderzucker bestreut und mit Erdbeerstückchen garniert waren. Dazu gab es Honig und zwei Marmeladen sowie einen Obstsalat. Insgesamt eine wohlschmeckende Kombination, die 46halbe jederzeit nochmal bestellen würde.

Deportivo  

Deportivo: 5,90 €

Zum Frühstück Deportivo gehörte außer dem schon erwähnten Heißgetränk noch ein kleiner frischgepreßter Orangensaft. Auf die Frage, wie es denn schmeckt, antwortete fh nur mit einem wohligen Knurren. Denn mit vollem Mund redet man nicht, wie wir aus unserer guten Kinderstube alle wissen. Später merkte er an, daß etwas Honig als Beigabe zu den Corn Flakes, dem Joghurt und dem Obstsalat noch besser gewesen wäre.

Das Frühstück hätte ein unerwartet angenehmes Erlebnis werden können, allerdings gab es zwei weniger erfreuliche Einschränkungen. Die eine sei durch das folgende Bild illustriert:

Wespen 

Wespen: kostenlos, viele

Es wurde zunehmend schwieriger, das leckere Frühstück zu genießen, denn die überaus schnelle interne Kommunikationsstruktur der ansässigen Wespen führte ein ganzes Heer dieser einzeln kaum störenden Zick-Zack-Flieger an unseren Tisch. Wir mußten letzten Endes kapitulieren und haben den Rest des nicht vollständig verzehrten Essens vordergründig den surrenden, sich darin suhlenden Viechern überlassen.

Hintenrum haben wir aber die Kellnerin gerufen, die uns nur wissend und etwas mitleidig anguckte und dann die Teller mitnahm. Nachdem das Essen abgeräumt war, ließ die Wespenplage zwar etwas nach, aber offenbar wollten die nun ungehaltenen Insekten ihrem Unmut über unsere mangelnde Kooperation beim Aufteilen der süßen Nahrung weiterhin deutlich machen.

Hingehen sollten also im Sommer nur Nicht-Wespen-Allergiker, die nicht auf den Pfennig, ähm Cent achten müssen, aber sympathisch und nett bedient werden möchten, vielleicht danach noch auf einen Sprung zur nahegelegenen Museumsinsel gehen und beim Frühstück ein paar Touris begucken wollen.

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Vivolo

  1. 46halbe hat mit fh gefrühstückt. []